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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
Seite
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stand wie ftstgezaubcrt: da lag Emmerenz: der Mond be-schien ihr Antlitz, ihr Haupt lag unter ihrem rechten Arme,und die linke Hand ruhte an dem Gelände. Die BrustJvo's hob sich, sein ganzes Wesen erzitterte, er wußte nichtwie ihm geschah, aber er beugte sich über Emmerenz undküßte sie so leise und zart wie der Mondstrahl auf ihreWangen; Emmerenz schien es doch zu fühlen, denn, sich aufdie andere Seite legend, sagte sie nur halblaut: „ein' Katz,Katz, Katz." Jvo stand noch eine Weile still mit empor-gestreckten Armen lauschend, ob sie nicht erwacht sei; alssie aber ungestört sortschlief, ward Zoo von der Heiligkeitdieser Ruhe bewältigt, er schlug sich zähneknirschend mitgeballter Faust vor die Stirne und verließ das Gemach.Zn seinem Zimmer warf er sich dann auf den Boden undseine tiefste Seele marternd rief er: „Herr, Gott! vergib,laß mich sterben, denn ich habe gesündigt, ich bin ein Ver-worfener, Nichtswürdigcr. Herr, Gott, strecke deine Handaus und zermalme mich.-"

Von Kälte geschüttelt, erwachte 3vo, es war Tag, erlegte sich zu Bette. Die Mutter brachte ihm den Kaffeevor das Bett, sie fand ihn sehr übel aussehend, sie wolltees nicht zugeben, baß er ausstände; Zvo aber ließ sich nichtdavon abhalten, denn er wollte und mußte zur Kirche gehen.

Als Jvo vor dem Stalle vorüberging, hörte er dieEmmerenz drinnen singen:

I haun koan HausUnd haun koan Hof,

I haun koan FeldUnd haun koan Geld,

Und so e MädkeWie ni bin

Hot koan Freund auf der Welt.

„Warum so traurig?" konnte sich Jvo nicht enthaltenzu fragen, „hast du schlecht geschlafen?"