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Zauberruf zerstreuten sich Plötzlich die Gruppen der hemdärm-ligen Leute; sie gingen in die Häuser, um sich würdiganzukleiden, Jvo ging nach der Kirche.
Unter dem Geläute aller Glocken bewegte sich endlichder Zug aus der Kirche hervor. Die Fahnen flatterten,die Stadtmusik, die von Horb herbeigekommen war, schalltedrein und mitten driune hörte man wieder die Gebete derMänner und Frauen. Jvo ging voraus neben dem Lehrermit dem Kruzifir. Auf der Hochbur war der Altar schöngeschmückt, die Kelche und Lampen, die Flitterkleider derHeiligen glitzerten im Sonnenlichte, und unabsehbar überdie ganze Haide und über die Felder war die Menge derAndächtigen ausgebreitet. Jvo wagte es kaum, denHajrle'*)anzuschauen, der in golddurchwirktem Gewände, entblößten,nur mit dem goldenen Kranze geschmückte» Hauvtes undbleichen, frommen Antlitzes unter dem Schalle der Musiksich stets tief verbeugend, die kleinen weißen Hände aufder Brust über einander legend, die Stufen des Altars hinauf-stieg. Ihm voraus war des Schultheißen Bäbele gegan-gen, das als seine Braut eine mit Rosmarin umwundenebrennende Kerze in der Hand trug. Es stellte sich zurSeite des Altars auf. Das Hochamt begann, und alsdie Klingel läutete, stürzte Alles auf das Antlitz nieder,kein Laut war weit umher vernehmbar; nur ein FlugTauben flog gerade über den Altar weg und man hörtedas Flattern und Zwitschern dieser Thiere, das man stetsbei ihrem Fluge vernimmt. Um Alles in der Welt hätteJvo nicht aufgeschaut, denn er wußte wohl, daß jetzt derheilige Geist herniedersteigt, um die geheimnißvvlle Wand-lung des Weines in Blut und des Brodes in Fleisch vor-zunehmen, und daß kein sterbliches Auge sich zu ihm er-heben darf, ohne zu erblinden.
Der Kaplan von Horb bestieg nun die Kanzel undredete den Primizianden feierlich an.
Hierauf bestieg der Hajrle die Kanzel. Jvo saß nicht
') Herrlein, Pfarrer.