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Auerbach's Dorfgeschichten
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Hand, dann griffen Alle tapfer zu; von allen Umstehendenschloß sich Keiner aus, und besonders der Name des Ober-amtmanns wurde kreuz und' quer zerhackt. Nach undnach kam das ganze Dorf herbei; Alle wurden zu gleichsinnbildlicher Handlung ermuntert und unter Lachen undJubeln that Jeder seinen Hieb.

Der Schultheiß, von dem, was geschehen war, be-nachrichtigt, wollte Landjäger von Horb kommen lassen.Sein weiser Minister aber rieth ihm von diesem Aufgebotab, da das doch nichts helfe; auch dachte der kluge Sogesbei sich:Gut, laß sie nur Alle freveln, das gibt eineganze Ernte Vorladungen, und für jede Vorladung einenBatzen; hauet nur wacker zu, es geht euch ins Fleischund das ist mein Batzenfleisch." Mit fröhlicher Mieneberechnete Soges bei einem Schoppen im Adler seinenGewinn aus den Dorfhändeln.

So blieb endlich außer dem Soges und dem Schult-heißen Keiner im ganzen Dorf an dem Excesse unschuldig.

Am Dienstage gingen auf Veranlassung des altenSchultheißen die Gemeinderäthe selber vor Amt und machtendie Anzeige von dem, was sie gethan hatten. Der Ober-amtmann wüthete und fluchte in der Stube umher. Erhieß nicht umsonst Rellings, er sah wirklich aus, wieein geschorener Kater, *) dem man eine Brille aufsetzt undSporen an die Füße heftet. Er wollte die Verbrechersogleich einstecken lassen; der Buchmaier aber trat scharfvor ihn und sagte:Ist das eure ganze Kunst? Einsper-ren? Da hat's noch gute Weil. Wir sind da, um Gegen-sprach einzulegen, wir bekennen frei, was wir gethanhaben, und da kann von keinem vorläufigen Einsperrendie Rede sein; ich bin kein Landläufer, Ihr wisset, woich wohn', ich bin der Buchmaier, das da ist der Bäck,das da der Schmiedhannes, und das da des Michel'sBasche, wir sind auf unserm eigenen Grund und Bodenzu finden. Ohne Urtel kann man uns nicht einsperren,

Man nennt im Schwarzwalde einen Kater Relling.