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Euch, Herr Schultheiß, aber bei uns ist der Brauch, daßman erst nach dem Handel den Weinkauf trinkt. Wie'sdie reichen Herrenbaucrn in Baistngen machen, das wissenwir nicht."
Der Schultheiß setzte, ohne zu trinken, sein Glas wiederab und seufzte tief. Er begann darauf mit ziemlicherRuhe die Verhandlung und setzte aus einander, daß mansein sauer erworbenes Gut nicht an „die Blutsauger, dieAdvokaten," wegwerfen solle, daß jeder Prozeß mit ausder Schüssel esse und das Fett oben 'runter schöpfe, undschloß damit, daß ein Schritt hüben und ein Schritt drü-ben zum Frieden führe.
Es wurde nun von beiden Seiten eine weit aus einan-der liegende Vergleichssumme ausgeworfen. Der Maremgab sich alle Mühe, sie einander näher zu bringen. Ernahm bald Diesen bald Jenen bei Seite, flüsterte ihmetwas ins Ohr; er nahm endlich sogar, trotz beiderseitigerEinrede, eine Vergleichssumme auf seine eigene Verant-wortung ; er zerrte an Allen umher und suchte die Händeder beiden Parteien mit Gewalt in einander zu legen.
Da sagte endlich der Schloßbauer: „Nein, eh' ich soeinen Bettel nehm', schenk ichs Euch lieber ganz, IhrHungerleider."
„Was Du!" sagte darauf der Schlosser Ludwig, „mitDir schwätzt man ja gar nicht, Du Strohgänger."
„Gebt nur Acht," erwiederte der Schloßbauer, „Ihrwerdet keine Strohgänger. Ich will Euch schon betten,daß Ihr kein Stroh mehr unter'm Kopf habt zum Drauf-liegen. Und wenn Ich und Weib und Kind drüber zuGrund gehen soll, und wenn mir kein Handbreit Ackersübrig bleibt, keinen rothen Heller lass' ich Euch jetzt mehrnach; ich muß mein Recht haben, und wenn ich an denKaiser selber gehen muß. Wartet nur!" er stand zähne-knirschend auf; der Vergleich war durch keinerlei Be-mühungen mehr zu Stande zu bringen. Er fing sogarzuletzt noch mit seinem Schwätzer Händel an und gingfort, indem er die Thür laut hinter sich zuschlug.