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Auerbach's Dorfgeschichten
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und er aus der Gemeindckaffe entschädigt wurde; auchhielt er sich fortan einen eigenen Flurschützen, den dasDorf zur Hälfte besolden mußte.

Die Reibereien zwischen den Dorfbauern und demSchloßbauer dauerten aber noch immer fort.

Da ließ sich ein neuer Advokat in dem Städtchen Sulznieder, und nun begann der Prozeß der Gemeinde mit demSchloßbauer, bei dem so viel Papier verschrieben wurde,daß man einen ganzen Morgen Acker damit zudecken konnte.

Das Dorf gehörte damals noch, wie ein großer Theildes Schwarzwaldes, zu Vorderösterreich, der Landvogthatte seinen Sitz in Rottenburg, das Appellationsgerichtin Freiburg im Breisgau; ein größerer Prozeß konnteaber noch weiter getrieben werden. Bei der entfernten undverwickelten obern Gerichtsbarkeit war es daher ein Leich-tes, den Prozeß bis zum jüngsten Gericht in gehörigerVerwirrung zu erhalten.

Die Streitigkeit zwischen dem Schloßbauer und seinenOrtsbewohnern gestaltete sich mit der Zeit zur Feindselig-keit zwischen den Baisingern und Nordstettern. Die Bai-singer foppten und neckten auf Märkten oder in der Stavt,wo sie mit den Nordstettern zusammen kamen, dieselben;nannten sie spottweise ihre Unterthanen und Grundholden,weil ein Baiflnger Bauer über sie herrschte. Die Nord-stetter, unter dem Namen der Spitzmäuligen oder der Spött-ler bekannt, blieben keine Antwort schuldig. Ein Wortgab das andere, man lachte, man scherzte, immer nochalsgut Freund," aber die Anzüglichkeiten wurden immerderber, und ehe man sich's versah, war der Krieg aufirgend einer Seite ausgebrochen und es setzte die ergiebig-sten Prügel. Das war zum ersten Male auf dem Ergen-zinger Markt, als dieß geschah, und nun konnten Nordsiettcrund Baiflnger nie mehr beisammen sein, ohne sich zu prügeln.Stundenweit gingen namentlich die jungen Burschen beiderOrte zu einem Tanze oder zu einer Hochzeit, tranken undtanzten zuerst ruhig mit einander, und am Ende brachdas Hauptfest, eine tüchtige Prügelei, los.