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Auerbach's Dorfgeschichten
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laß dir nichts vorschwatzen, es ist nicht wahr. Man hatmir einmal nachgesagt, ich hätt' Bekanntschaft mit derAdlerwirthsmagd, die jetzt in Rottweil dient; glaub' dumir, es ist nicht wahr, ich bin ja damals noch in dieChristenlehr' gegangen, es war nichts als Kinderei."

Das Kätherle that, als ob es ein gar großes Gewichtauf diesen Umstand lege, und der Hansjörg hatte viel zuthun, sich zu rechtfertigen. Er gab sich noch am Abendalle Mühe, das rothe Maierle auszuhorchen, aber das warstumm wie ein Fisch."

Hansjörg hatte noch viele Rügen auszustehen undgewissermaßen durch das ganze Dorf Spitzruthen zu laufen.Das war nämlich so. Am Sonntage vor der Hochzeitging nach alter Sitte der Hansjörg und seinGespiel"der Fideli, Jeder mit einem rothen Bande um den Armund einer rothen Schleife an dem dreieckigen Hute, vonHaus zu Haus im ganzen Dorfe, und derHochzeiter"sagte folgenden Spruch:Ihr sollet höflich eing'lade seinzur Hauzich am Zinstig (Hochzeit am Dienstag) im Adler.Wemmers (wenn wir's) wieder verdäue (vergelten) könnet,Welle mer's au thoan (wollen wir's auch thun). Kommetau g'wiß. Vergesset's 6t. Kommet au g'wiß." Darauföffnete in jedem Hause die Frau die Schublade am Tisch,that Brod und Messer heraus und reichte es mit denWorten:Schneidet au Brod." Der Hochzeiter mußte nunein Schnitzel Brod abschneiden und dasselbe mitnehmen.Hansjörg machte das Brodschneiden mit seinen vier Fin-gern etwas ungeschickt, und es that ihm wehe, wenn man invielen Häusern mit gutmüthigem Spott zu ihm sagte:Dudürftest eigentlich nicht heirathe», Hansjörg, denn du kannstmit deinem Stumpfinger doch nicht gut Brod schneiden."

Der Hansjörg war hochfroh, als diese Einladungenvorbei waren.

Mit Singen und Jubeln wurde die Hochzeit gefeiert,nur durfte dabei nicht geschossen werden, denn seit demUnglücke oder dem Muthwillen Hansjörg'S war das strengeverboten.