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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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in einem mit Spiritus gefüllten Glase aufbewahren lassen,er wollte dieß dem Kätherle schenken; aber trotz seinersonstigen Derbheit fürchtete sich das Mädchen davor, wievor einem Gespenste, es wagte kaum das Glas anzurühren.Als nun der Hansjörg zum ersten Male das Haus ver-lassen durfte, gingen sie mit einander in den Garten vordem Hause und begruben den Finger. Hansjörg standsinnend dabei, als das Kätherle das Loch wieder zuschau-felte. Die Sünde gegen das Vaterland, die er durch seineSelbstverstümmelung begangen hatte, kam ihm nicht inden Sinn; dagegen trat ihm der Gedanke in die Seele,daß hier ein Theil der ihm von Gott verliehenen Lebens-kraft eingescharrt werde, für die er Rechenschaft ablegenmüsse. Er stand so zu sagen bei lebendigem Leibe beiseinem eigenen Begräbniß, und der Vorsatz stieg in ihmauf, alle ihm noch gebliebenen Kräfte nach Pflicht undGewissen treulich zu üben und anzuwenden. Ein Todes-gedanke überschauerte ihn, und mit Wehmuth und Freude

schaute er auf, sahsich lebend und nebenihm sein geliebtesMädchen. SolcheGedanken bewegtensich halb klar in sei-ner Seele, und ersagte:Kätherle, ichseh's wohl ein, ichhab' mich schwer ver-sündigt und ich mußbeichten; ich muß esbald vom Herzenhaben, ich will gernjede Buße thun."

Kätherle umarmteund küßte ihn, under genoß im Vorausdie seligste Absolu-

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