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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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ehe man den Knall hörte,'hörte man den Hansjörg gotts-erbärmlich schreien. Die Pistole entfiel seiner Hand, erselbst wäre vom Pferde gefallen, wenn ihn sein Kamerad,der Fideli, nicht gehalten hätte. Jetzt sah man, was ge-schehen war: der Hansjörg hatte sich am mittlern Gelenkden Zeigefinger der rechten Hand abgeschossen; er wurdenun vom Pferde herunter gehoben. Alles sprang mitleidigherzu, und auch das Kätherle aus der Ziegelhütte kamherbei und wurde fast ohnmächtig, als es sah, wie derFinger des Hansjörg nur noch an der Haut hing; derHansjörg aber biß vor Schmerz die Zähne über einanderund blickte starr auf das Kätherle. Er wurde nun indas Haus des Zieglers gebracht. Der alte Jockei vomScheubuß, der das Blut stillen konnte, wurde schnellherbeigerufen; ein Anderer lief nach der Stadt zu demErath, einem vielgeliebten Chirurgus. Als der alteJockel ins Zimmer trat, war Alles Plötzlich still und wichvor ihm zurück, so daß alle Anwesenden zu beiden Seiteneine Fronte bildeten, durch welche er zu dem Verwundetenschritt, der hinter dem Tische auf der Bank lag. Nurdas Kätherle trat vor und rief:Um Gotteswillen Jockel,helfet dem Hansjörg." Dieser schlug die Augen auf undwendete den Kopf nach der Redenden, und als nun der. Jockel vor ihm stand und leise murmelnd die Hand be-rührte, da hörte das Blut schon auf zu rinnen.

Das war aber dießmal nicht durch die SympathieJockel's geschehen, sondern durch eine andere Sympathie,nämlich durch die zwischen dem Kätherle und dem Hans-jörg. Denn als dieser die Worte Kätherle's hörte, fühlteer, wie ihm alles Blut nach dem Herzen drang, und* dadurch hörte das Bluten des Fingers auf.

Der Erath kam und dem Hansjörg wurde nun derFinger abgenommen. Er hielt sich bei dem grausamenSchmerze wie ein Held. Als er schon einige Stundendarauf im Wundfieber lag: war es ihm, als ob ein Engelzu ihm heranschwebte, und ihm Kühlung zuwehte. (Erwußte es nicht, daß das Kätherle ihm die Fliegen abwehrte

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