126 XI. Abschnitt. 2. Abteilung.
phlogistisirte Salzsäure recht concentrirt und wafserfreyist, das hineingebrachte Blattgold sich sogar entzündet.§c/re?e»-, in cie,- S» ^7Z.f.
§. 228Y.
Diese vom sel. Scheele zuerst bemerkte Auflösungdes Goldes giebt uns nun den besten Aufschluß über diesonst so wunderbar scheinende Auflösung des Goldes indem Königswasser, das doch weder in der verdünntenSalpetersäure allein, noch in der gemeinen Salzsäureaufgelöst werden kann. Die Salzsäure ist nemlich imKönigswasser als dephlogistisirte enthalten, wie schon oben(§. 844-) bewiesen ist, und als solche darin das eigentli-che Menstruum des Goldes. Das Königswasser ist einGemisch aus Salpetersäure und dephlogistisicter Salz-säure. Die Grundlage des Goldes entzieht der lehterneinen Theil ihrer Lebensluftbasis, während der Brennstoffdes Goldes an die salzsaure Grundlage tritt, und sie wie-der in gemeine Salzsäure verwandelt, die den Golvkalkin sich nimmt. Ein Antheil dieser Salzsäure entzieht derSalpetersäure wieder Basis der Lebenslust, und läßt ihrdagegen Brennstoff ab, und so verwandelt sich ein AntheilSalpetersäure in Salpetergaö. Nach der Meinung derAntiphlogistiker entzieht das Gold der oxygenisirten Salz-säure einen Antheil Oxygen, wird dadurch Goldkalk, unddiese wird gemeine Salzsäure, die den Goldkalk auflöst;ein Antheil dieser Salzsäure entzieht der Salpetersäurewieder Oxygen, die solchergestalt als Salpetergas ent-weicht.
§. 2290.
Auch das mit dephlogistisirter Salzsäure geschwän-gerte Wasser löst das Gold völlig und ohne Ausbrausenauf. Das Gold zerlegt hierbei) das Wasser nicht, weiles schon von der Säure die Basis der Lebenslust in nö-thiger Menge erhalt.
§. 2291.