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Acht Tage später erliefsen die Geschäftsführer das nachstehende Rundschrei-ben nach allen bedeutenderen Städten Deutschlands, und richteten es zunächst ansolche Gelehrte, die schon früher an der Versammlung Theil genommen und einlebhafteres Interesse für dieselbe gewonnen hatten.
Eff. beehren wir uns, hierdurch ganz ergebenst anzuzeigen, dafs die Ver-
sammlung deutscher Naturforscher und Arzte unter Allerhöchster Genehmigung Sr Majestätdes Königs von Preufsen im bevorstehenden Herbst in Berlin Statt finden wird. Indem wil-den Wunsch ausdrücken, dafs Ew. die Versammlung durch Ihre Gegenwart
erfreuen wollen, ersuchen wir Sie zugleich ganz ergebenst, die nach §. 3. und 4. der Statutenzur Thcilnahme berechtigten Gelehrten Ihres Wohnorts auf unsre öffentlich in den Zeitungenergangene Einladung aufmerksam machen zu wollen. Da die Weitläufigkeit der Residenzmancherlei Schwierigkeiten für die vorbereitenden Anstalten mit sich fuhrt, so wäre cs unssehr w'unschenswerth, von der Zahl der Theilnchmcr im Voraus einen Überschlag machenzu können, und würden Ew. wir daher sehr verpflichtet sein, wenn durch Ihre
gefällige Vermittelung uns schon im August eine ungefähre Namenliste der diesjährigen Theil-nehmer aus Ihrem Wohnort zukommen könnte. Berlin, am 20 sten Julius 1828.
Die Geschäftsführer u. s. w.
Zu gleicher Zeit erging ein Circular an sämtliche in Berlin ansäfsige Schrift-steller aus dem Fach der Naturforschung und Heilkunde, sich über ihren Beitrittzu der Gesellschaft zu erklären. In wenigen Wochen hatten über 150 unterschrie-ben, und es ward schon daraus klar, dafs man sich auf eine sehr bedeutende Zahlvon Theilnehmern gefafst halten und die Anstalten zu deren Aufnahme erweiternmüsse. Es wurden deshalb zuerst Einleitungen für die Beschaffung der erforderlichenRäume getroffen. Zu den öffentlichen Sitzungen bewilligte die Vorsteherschaft derSing-Akademie sehr bereit den für diese Anstalt neu erbauten Saal; zu freundlichenZusammenkünften Einzelner und zum Sammelplatz ward das erste Stockwerk des Cafferoyal ersehen, dessen Besitzer Herr Beyermann sich früh zur Besorgung der Be-wirthung angeboten und sehr annehmliche Bedingungen gestellt hatte. Allein dashinreichend grofse Local für die gemeinschaftliche Mittagstafel zu finden, an der dochauch für die ausgezeichneten Personen der Residenz und für theilnehmende Freundeder Fremden Platz sein mufste, das war eine sehr schwierige Aufgabe. Unter dengewöhnlich zu solchen Zwecken benutzten Sälen Berlins war keiner, der auch nurfür den drillen Theil der zu erwartenden Gäslezahl ausgereicht hätte. Der Concert-saal des Königl. Schauspielhauses schien genügen zu können, wenn man die Neben-räume mit benutzen durfte, und es wux-de deshalb eine Correspondenz mit demGeneral-Intendanten, Herrn Grafen von Brühl eingeleitet, die aber kein Resultatgewährte, weil es durchaus an dem erforderlichen Küchenraum fehlte und man über-dies befürchten mufste, bei dieser dem Zweck des Locals so ganz fremden Benutzungkleine Beschädigungen des ax-chitectonischen Schmuckes nicht mit Sicherheit vei-hin-dern zu können.