Druckschrift 
10 (1830) Schw bis Sz
Entstehung
Seite
875
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! der tiefsten Verehrung wurde, erregten s. kühnen Behauptungen unter den Unbe-fangenen um so größeres Befremden, je weniger man ihm Unredlichkeit oder Ver-standesschwache verwerfen konnte. Man mußte ihn als einen gründlichen Gelehr-! tcn, scharfsinnigen Denker und tugendhaften Menschen ehren; s. Bescheidenheitentfernte, wie sein unabhängiger Wohlstand, den Verdacht ehrgeiziger oder eigenj witziger Absichten, und s. ungebeuchelte Frömmigkeit gab ihm das Ansehen eines! Heiligen, der wirklich mehr in Gesellschaft der Engel als unter den Menschen lebte.! In s Verzückungen, wo er sich mit Geistern unterredete, Offenbarungen ampsing

^ und Anschauungen der unsichtbaren Welt hatte, schien er ein Träumender zu sein,

in dessen Gesichtszügen sich Schmerz oder Entzücken ankündigte, je nachdem ,-hneben Holle oder Himmel beschäftigte. Im gewöhnlichen Leben zeigte er die Fein-beit vornehmer Weltleute, sein Umgang war lehrreich, wohlthucnd und angenehm;,s. persönliche Darstellung würdig und edel. Verheirathct hatte er sich nie, dochschätzte er die Gespräche geistvoller Frauen und vermied auch den Schein eines Son-derlings. Seine angeblichen Erscheinungen, mit denen ec anfangs freimüthig, dochohne Prahlerei hervortrat, in spalern Jahren aber zurückhaltender wurde, sowie dieseltsamen Lehren, welche s. Schriften enthielten, zogen ihm eine Anklage von Sei-ten der Geistlichkeit zu, welche ihm jedoch nicht schadete, da die vornehmsten Bi-schöfe s. Schriften billigten und der König Adolf Friedrich ihn schützte. Im unge-störten Genüsse einer dauerhaften Gesundheit erreichte er das 84. I. und starb anden Folgen eines Schlagfluffes zu London d. 29- März 1772. — Vis an s. Tod, hat ec selbst an die Wirklichkeit s. Visionen und göttlichen Eingebungen fest ge-I glaubt. Dieser Glaube war s. immer mehr von der Welt abgewcndeten und mo-ralisch isolitten Gemüthc zur fixen Idee geworden. Einmal befangen in diesemWahne, und im Verkehr mit den Bildern übersinnlicher Gegenstände, die sein leben-diger Geist sich schuf und seine starke Phantasie ausmalte, geübt, konnte er wol da-hin kommen, Das, was in ihm selbst entstand, für Erscheinungen von Oben undAußen, sich selbst aber für das Mittelding zwischen der unsichtbaren und sichtbarenWelt zu halten. Nicht nur sein eignes reiches Gcmüth, sondern auch die Werkefrüherer Theosophen und Mystiker, die er fleißig gelesen hatte (besonders Jak.Böhme'S), gaben ihm Stoff genug, sich ein Geistcrreich zu bilden, wie er es wollte.Seine Schilderungen davon tragen bis in die kleinsten Züge das Gepräge der Sit-ten und Verhältnisse s. Zeit und der ihm als Naturforscher geläufigen Ansicht devSinnenwelt, s. Geister führen die Sprache der Individualität, und die Familien-ähnlichkeit s. Auslegungen der h. Schrift mit den Deutungen und Allegorien frü-herer Mystiker sticht überall hervor. Irrte er aber auch in den Mitteln, ehrwürdigbleibt immer sein Zweck, durch die Verbreitung s. an religiösem, erbaulichem Ge-halt ungemein reichen Schriften eine Gemeinde der Heiligen zu sammeln und dergeistlosen Schulweisheit s. Zeit entqcgeinuwirken. In dem moralischen Thcilc die-ser Schriften findet man die reinste Sittenlehre und wahrhaft erhebende, heiligeStellen, und obgleich er nur in schlichter Prosa und ziemlich nachlässigem Lateingeschrieben hat, gehört er doch noch mit größc.m Rechte unter die religiösen Dichterals unter die Theologen. Was von s. Prophezeiungen und Entdeckungen verbor-gener Dinge in der wirklichen Welt erzählt wird, z. B. die Anzeige, die ec in Go-^ tbenburg von dem Brande zu Stockholm in derselben Stunde, als dieser entstand,gegeben haben soll, gründet sich nur auf Hörensagen und hat keinen historischenWerth. Viel merkwürdiger als dergleichen Wundergeschichten ist dem Psycholo-gen das Problem s. originellen Individualität, über die Herder in s. „Adrastea"unter d. Art. Swedenborg das treffendste Urthcil gefällt hat. (S. über ihnauch Ennemosir's „Gesch. d. Magnetismus", wo er von einer andern Seite betrach-tet wird.) — Eilte Stelle in der Kirchengesch. sichert ihm die noch bestehende Sekte derSwedenborg! an er, die ihn als ihren Stifter verehrt. Sie entstand aus den