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10 (1830) Schw bis Sz
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40 Schwcfelblumen Schweinichen

welche erhalten werden, indem man Stangcnschwcfel in einen so kühlen Raumübersublimirt, daß sich die Dampfe daselbst in feinen Krystallcn Niederschlagen. —Schwefelquellen, f. die einzelnen Orte mit Heilquellen. Eins der vorzügli-chem Schwefelbäder ist seit 1825 das zu Langen brücken bei Bruchsal im Groß-herzogthum Baden.

Schwefelblumen, s. Schwefel.

Schwefelleber und Schwefelmilch. Zwei TheileWeinsteinsalz oderauch gereinigte Pottasche mit einem Theile Schwefel bei gelindem Feuer in einemTiegel zusammengeschmelzt, befreien den Schwefel gänzlich von dem ihm jederzeitbeigemifchten Laugcnsalze und stellen dadurch die sogen. Schwefelleber dar, welchezu arzneilichem Gebrauche dient und auch in der Chemie zu Auflösung der meistenMetalle (nur die Platina und der Zink widerstehen ihr) angewandt wird. Wennman sie in kaltem Wasser auflöst, die Auflösung durchseiht und sodann den Schwe-fel durch eine Saure niederschlägt, so erhält man Schwefe lmiIch.

Schwefelregen. Man findet bisweilen zur Zeit dcr Kieferblüthc die in derNähe von Nadelhölzern nach Platzregen zufammengelaufenen Pfützen mit schwefel-gelbem Blumenstaube gefärbt, und nennt diese Erscheinung einen Schwcfelregen.Doch haben glaubwürdige Männer noch andre Schwefelregen beschrieben, bei wel-chen wirklicher Schwefel aus der Atmosphäre hcrabkam, der sich wie andrer Schwefelverhielt. Zu Kopenhagen fiel ein solcher (nach „illuseum IVorinian.", 1 , 1 , o. 11 )1646; während des Falles beobachtete man Schwefelgeruch in der Lust, der gesam-melte Schwefel kam mit dem gewöhnlichen in allen Eigenschaften überein. Am 24.Mai 1801 fiel bei Rastadt ein Schwefelregen, von dessen Schwefel man Schwefel-Hölzer machte. Zu Magdeburg fiel im Juni 1816 ein solcher gelber Stoff mit de»,Regen aus der Luft herab, den Schreiber dieses selbst sah, und doch befindet sich aufziemliche Entfernung dort kein Nadelgehölz. Diese Erscheinungen sind selten, undes kann gegen ihr Vorkommen ebenso wenig Etwas cingewendet werden als gegenden Fall der Meteo rsteine (s. d.). I'.

Sch w e ig h ä User (Johann), einer der gelehrtesten Philologen der neuestenZeit, 1742 zu Strasburg geb., widmete sich früh den Studien. Von de GuigneSnach Paris gezogen, beschäftigte er sich mit den orientalischen Sprachen und besuchtedann zu s. weitern Ausbildung das Ausland. Nach s. Rückkehr lehrte ec in Stras-burg Logik u. Philosophie und ward 1778 Prof, der griech. und morgenländ. Spra-chen. Seitdem beschäftigte ihn die alte Literatur. Die Revolution unterbrach s. Ar-beiten; er ward als verdächtig verhaftet und nachher mit s. Familie auf ein Dorf inLothringen verwiesen. Als die Umstände sich geändert hatten, erhielt er einen Lehr-stuhl an der Centralschule des Deport, des Niederrhcins. Ausgebreiteten Ruhm hater sich durch s. trefflichen Ausg. des Polybius, Athenäus, Arrian, Simplicius, Epik-tet u. s. w., vornehmlich aber des Herodot (1816, 6 Bde.) erworben. Seine aka-demischen Schriften gab er 1807 in 2 Bdn. gesammelt heraus, und 1824 s. „I-exi-von Hvroilotounr" in 2 Bdn. Wegen Augen- und Altersschwäche nahm er damalss. Entlassung. 1816 ward er auf Verfügung des Königs zum Mitgliede der Aka-demie der Inschriften ernannt. Ec starb zu Strasburg den 19. Jan. 1830, 87I. alt .—7 Sein Sohn Jean G evsfroy S., geb. zu Strasburg 1776, mußtewährend der Revolution Verwaltungsstellen übernehmen, dann beschäftigte er sichin Paris mit literar., meistens philolog. und archäolog. Arbeiten. 1810 ward erseinem Vater als Professor in Strasburg adjungirt, und erhielt dessen Lehramt dergriech. Literatur 1824. Seitdem gab er in Verbindung mit Hrn. von Golbery zuColmar eine Beschreibung der Alteclhümcr des Elsasses mit lithogr. Abbild, heraus(Mühlhausen und Paris 1826 fg., Fol.).

Schweinichen (Hans v.), ein schlesischer Ritter, dessen von ihm selbstaufgesetzte Lebensbeschreibung Büsching seit 1820, so weit sie vorhanden ist, her-ausgegeben hat. Zwar sind nicht seine Thaten von der Art, daß sie ihm einen