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10 (1830) Schw bis Sz
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Schwedische Sprache und Literatur

syne (Christ. Julie Nyberg), deren lyrische Gedichte voll inniger Zartheit („Viktorvk vupllros^ne", Upsala 1822) aus einem reinen, ticsfühlenden Herzen hervorgc-gangen sind, schloß sich durch die dramatisirte Legende des Christopherus (in Atter-bom'S „Musenalmanach f. 1822") an die früher genannten Dichter an und bewiesauch dadurch, wie weit sic über ihre apollinischen Mitschwestcrn, Dor. Dunkel,Eleon. Charl. Alsedyhll (die Vers, des Gedichts „Ootiou", Upsala 1814, das einenStammbaum zu feiern bestimmt war), Anna Lenngrön (st. 1817) emporragt. Fürdie Romanenliteratur wirken aber noch jetzt Charlotte Berger, geb. Gräfin Cron-hielm, deren ziemlich pathetische Producte durch ihre fließende Sprache die franz.Vorbilder verrathen („vo t'ransoa Krie^kün^sine", Stockh. 1814; ,,'1'roII^rot-tan", 1816; „Iluinorim vüILrallelms", 1816; „Albert und Louise", 1817) undLivijus, Vers, der Romane: „Der Ritter St.-Jörrn", der „Pique-Dame" (a. d.Schweb, von La Motte Kouquö) u. a. m. Vor ihnen war die ungebundene Redevernachlässigt; denn Dalin's Eleganz und Geziertheit wurde auf Kosten der Wahr-heit und Gediegenheit gepriesen. Celsius, v. Botin, Lagerbring hatten in ihrenmehr oder weniger verdienstlichen Werken die Sprache vernachlässigt. I. H. Mark(1714—63) gewann mit s. sehr beachtcnswerthcn Romanen: „Adalrik und Go-thilda" (Stockh. 1742) und „Thekla" (1749) , keinen Eingang, obgleich sie, aufdas Alt-Vaterländische zurückweisend, vor 'Allem Auszeichnung verdient hätten.Gustav Hl. zeigte glückliche Gewandtheit im rednerischen Style, sodaß er durch s.Lobrede aufTorstensohn selbst den Preis der schweb. Akademie, ohne gekannt zu sein,gewann; aber seine einseitig franz. Bildung durch Gr. Tessin und Dalin (nichts warihm so verhaßt als Deutsch und Taback) ließ ihn in phrasenreicher Rhetorik dasHöchste suchen, die nur zu bald in gehaltlose Wortprunkerei ausartete. Die großeUmänderung der Ansicht war auch nicht ohne Einfluß auf diesen Thcil der Darstel-lung, und Askelöf, Geijer, Palmblad, Hammarsköld wachen über Reinheit undAngemessenheit der Prosa. In den Lobreden will man neuerdings liefern Gehaltbemerkt haben; doch zeigt selbst Lundblad's „Schwedischer Plutarch" noch die Flit-ter der franz. Elogien. — Die Kanzelberedlsamkeit ermangelt ausgezeichneter Mu-ster, da die gedruckten Predigten des Bisch. Lehnberg (gest. 1808), die zu Stock-holm 1809—13 erschienen, und seine Gedächtnißreden (1819) nicht die Probe be-standen ; aber mit Schärfe und vorzüglichem Talent werden allgemein ansprechendeUntersuchungen in den Zeitschriften verhandelt, die in Schweden einen so bedeuten-den Einfluß üben. Der Tiefsinn von BoöthiuS (starb 1810), welcher Kant'scheGrundsätze allgemeiner zu verbreiten suchte, fand ein Gegenstück in Th. Thorild'sSchriften. Von der der alten Schule entgegengesetzten wurden Schelling's Werkeübersetzt, und die Naturphilosophie eingeführt. Für größere Lesekreise berechnet,wirkten Kellgrön, Silverstolpe, Enberg und der freisinnige Ehrenswärd (st. 1800),dessen Ansichten bei seinem Leben weder geachtet noch verstanden wurden. Als dasWerthvollste der neuern schweb. Literatur haben sie die Anerkennung einer zweima-ligen Aufl. (Stcengnäs 1812 und 1817) neuerdings erhalten: eine Auszeichnung,die dem „Tagebuch des Gr. Tessin vom I. 1757", herausgeg. durch den MajorMontgommerie (Stockh. 1824), nicht zu Theil werden möchte, da der Unterschiedmit den gleichbenanntcn „l'oosin voll lossiniana" des Präs. v. Ehrcnheim (Stockh.1819) nicht zu Gunsten des „Tagebuchs" bemerkt ward. Sollte auch die Liebha-berei für Swedenborg's Werke, die häufig übersetzt und gelesen werden, dem fer-nen Beobachter Besorgnisse erregen, so reicht doch der Bericht des Obersten Lefrönüber die königl. Kriegsakademie, die neben allgemeinen pädagogischen Ansichten be-sonders eine Uebersicht der Erziehungsanstalten Schwedens gibt, hin, um jede Angstzu heben; und so lange Männer wie Gr. Schwerin mit so offenem Sinn das Wohldes Volks durch Schrift und Thal im Auge haben, so lange Wissenschaft so ernstgefördert wird, darf man nur erfteulicherm Gedeihen der Literatur entgegensetzen.