sen, dcr Zustand der Dinge blieb, wie er gewesen noch vierWochen hindurch. Raimund beqnemtc sich, über den Weg nachJerusalem verhandeln zu helfen: was den Aufbruch selbst an-ging, so war sein fest ausgesprochener Wille stark genug, alleklebrigen in Fesseln zu Hallen. Seine endliche Niederlagekam wieder, wie in Maara, ans dcr Mille seines eignenHeeres.
Denn unlcr den Provenzalcn wuchs das Mißvergnügenüber diese ärgerliche und verhaßte Belagerung, wie sic sie nann-ten, bis zu höchster Höhe an; hier bis Johannis ausznhalten,dünkte ihnen unerträglich, und ein griechisches Bündniß warauch bei ihnen nicht im Mindesten populär. Es bedurfte end-lich nur eines geringen Anstoßes, um alle diese weltlichen Rück-sichten, welche das Heer des Herrn und die Fürsten desselbenumsponnen hatten, zu sprengen und dem religiösen Sinne, frei-lich im gewaltsamsten Ausbruch, wieder zur Herrschaft zu ver-helfen. Ein Priester, Stephan von Valcntinois, hatte ansgc-sagt, der Bischof von Pup sei ihm mit dem Geheiße erschienen,gewisse Reliquien aus Laodicea abznhvlen und sie mit dcr hei-ligen Lanze dem Heere auf seinem weitern Marsche vorzntragcn.Graf Raimund, dcr sich bereitwillig in solche Aufträge zu fü-gen pflegte, sandte Wilhelm von Montcil, den Bruder des ver-storbenen Bischofs, nach Laodicea, dcr hier den Befehl vollführteund mit jenen Reliquien in den ersten Tagen des Mai im La-ger cintraf. Die Provenzalcn empfingen ihn mit größter Be-geisterung; sie sahen eine neue Begünstigung des Himmels;plötzlich wurden sie inne, nur durch schleunigen Aufbruch nachJerusalem könnten sie derselben würdig werden, und nun entludsich die lang verhaltene Sehnsucht mit wilder Rücksichtslosigkeit.Man müsse Arkas verlassen, war dcr allgemeine Ruf; gegenden Willen des Grafen, selbst gegen den dcr übrigen Fürsten,zündeten sic ihre Zelte an und zogen in unordentlichen Massenvon dannen. Raimund sah, was ihm diese Bewegung zu be-deuten hatte; er weinte Thräncn des Grimms und der Wuth;er zürnte ans sich und die Seinen, mehr als auf die Gegner:cs war aber Alles vergebens. Der Herzog von Lothringen,