Druckschrift 
Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
Seite
345
Einzelbild herunterladen
 

»ach Nicaa abgcgangcn, um nöthigen Falls Bntnmitcs bei sei-ueu Maaßrcgcln zu unterstützen. Alerius selbst hatte ansehnlicheStreitkräftc zwischen Chalccdon und Pclekannm znsammcngezo-gen; er sah sich im Stande, dem ersten Anfall der Frankensicher die Stirne zu bieten. Am 19. Juni hatte man Allesbeendigt; Butumitcs trieb die fränkischen Fürsten zu einem all-gemeinen Sturm zu Wasser und zu Lande; plötzlich, verab-redeter Maaßcn, ließ die Besatzung hier die Turcopulcu, dvrtden Tatikios in die Stadt. Auf der Stelle waren die Thercwieder geschlossen, die kaiserliche Fahne wehte auf den Thür-i»en, die Franken, selbst Boemnnd, sahen sich pöllig überraschtund überlistet. Die Sache selbst war gelungen, nntcr de» Frau-ken war Unzufriedenheit, heftiger Groll und lautes Murren;indcß trugen sie Bedenken, offne Gewalt zu gebrauchen. Eskam jetzt darauf an, durch geschickte Unterhandlung sich möglichstsicher zu stellen, Ausbrüche des Mißvergnügens abzuwcnden undans dem Geschehenen alle möglichen Vorthcilc zu zichn.

Die Gemahlin des Sultans wurde nach Eonstantinopclgebracht und dort in höchst anständiger Hast gehalten. Es isteine Erdichtung der Albcrtschcn Tradition, von gleichem Ge-halt, wie die früher erwähnten, sie sei nach dem Einsturze desThurms über den See gestehn, von den Franken gefangen underst später dem Kaiser ansgcliefcrt worden ?s). Die türkischenEinwohner erhielten freien Abzug, doch mit Zurücklassung ihrerBesitzungen??); man bot ihnen griechische Dienste an und hattedas Ncrgnügen, manche darauf cingehn zu sehn. Die christ-liche Bevölkerung blieb in dem alten Zustande, im Besitz allerihrer Güter und hatte den reinen Gewinn der Eroberung.Alerius seinerseits hatte mit wenig Opfern seinem Reiche denwichtigste» Waffcnplatz wiedcrgewonncn; den Sultan sah ergeschwächt, gcdemüthigt und noch dazu sich für mehr als einen

26) FIN II. e. Z6. Annas Angabe, so wie das Stillschweigen dce iibri-gen Abendländer widerlegen ihn hinreichend. Wir sahen. Laß die Fran-ken auf dem Sec keine Mannschaft hakten.

27) Graf Stephan I. c.