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Heere seines Bruders 45). Aus der Zahl der sonstigen Beglei-ter ist hier noch hcrvorzuhcbcn Balduin von Heunegau, derVetter Roberts von Flandern, diesem aber durch angccrbteFeindschaft entfremdet. Er hielt sich also zu Gottfried, na-türlich ganz selbstständig, wie wir cs am deutlichsten beider Belagerung von Antiochien und vielfach sonst wahrnchmenwerden. Auch er verkaufte einzelne seiner Besitzungen an denBischof von Lüttich, dein er um Hülfe gegen Robert schon frü-her sein ganzes Land zu Lehn gegeben 46). Eine ausführlicheDarstellung seiner Verhältnisse zu Flandern gehört nicht in diesenZusammenhang; doch erwähne ich einiges Allgemeinere, weiles auch für das Vcrhältniß der Fürsten während des Kreuz-zngs charakteristisch ist 47).
Robert Friso, der erste dieses Namens, Graf von Flan-dern, Zccland und Holland, erscheint in allen Berichten jenerZeit als eine kräftige, aber rohe und gewaltthätige Natur. Inunaufhörlichen Kämpfen trieb er sich umher und wagte sicb,unerschrocken, weil er kein Mittel scheute, an die überlegenstenGegner: so gerietst er mit Gottfried dem Brieflichen zusammenund ließ ihn ermorden, nachdem er vor des Herzogs Waffen-gewalt aus dem Lande fliehen müssen 48). Nach einer andernSeite hin lag er in Zwist mit seiner Schwägerin Nichildisvon Hennegau, verwittwctcn Gräfin von Flandern, für derenSöhne Arnulf und Balduin — eben jenen Kreuzfahrer — erFlandern verwalten, aber nicht in eignem Namen beherrschen sollte.Die Sache kam vor den König von Frankreich, als Obcrlebns-herrn beider Länder; hier war cs Enstach von Bonlognc, derVater des jerusalcmitischcn Gottfried, der das Urthcil gegen
45) älb. II. 21. Dagegen Kob. p. 33. kable: p. 9t, 6ulb. p. 485,der letzte weitläufigst.
46) Urkunde bei lllbaeus I. z>. 364.
47) Eine gute Zusammenstellung dieser Verhältnisse gibt Lieger comment.lllanilr. p. 24 ff., daraus Lev uicdcrl. Gesch. I. s>. 26 ff.
48) 8igeb. 6«mbl. all a. 1076. Ilist. .äiistag. 586.