Acußere Spuren dieses Gegensatzes und wie er Gregorbewußt gewesen, zeigen sich vielfach in positiver und negativerWeise. Durchlauft man den Briefwechsel Damiauis, so er-staunt man über schonungslose Rauhheit, mit welcher der Papstdiesen eifrigsten seiner Verehrer behandelt: überall erscheinteine ebenso gründliche Herabsetzung, wie in jenem Schreiben anHugo eine augenblickliche Hochachtung der Ascctik. Dann ta-delt er auch den letztem ss), und nicht weniger streng den Her-zog von Burgund, daß sic in dieser Zeit des Kampfes die Be-schaulichkeit des Klosters suchten. Erinnert man sich min desBenehmens des Papstes in den Händeln Berengars ss), so er-kennt man wohl die feste Gleichmäßigkeit seines Wesens: ihmgewann das Geistige erst Bedeutung, insofern cs practischcFolgen hcrvorricf und auf die äußere Erscheinung seiner Kir-chenherrschaft einwirkte. Eine ganze Schule geistesverwandterDiener unterstützte diese Gesinnung, zum Thcil im Grunde ih-res Herzens eifrige Asccten, aber von Gregor unbeschränkt un-terworfen und ohne Aufhalten mit sich fortgerissen. EardinalHnmbcrt, der wüthcnstc Fanatiker seiner Zeit, wie pünktlichwar er in England für Hildcbrands Ideen beschäftigt. 2»Deutschland erklärte Erzbischof Gebhard von Salzburg, aucheinem lasterhaften Papste sei er vollkommen ergeben s?); ingleichem Sinn erfüllte Ivo, Bischof von Ehartres, ganz Frank-reich mit der Predigt des Satzes, Ungehorsam gegen Rom seiin jedem Falle Ketzerei ss). Bedeutender noch als beide erscheintdann Erzbischof Hugo von Lyon, der ausgesprochener Maaßcndie kirchliche Leitung jener Gegenden in Händen hatte, undvon Gregor selbst als ein Nachfolger in seinem Sinne bezeich-net wurde, ein Mann voll von Energie, geistlicher Strenge
55) Keg. I. 62.
56) Vgl. Gieseler Kirchcngeschichte II. 1. p. 252.
57) Angeführt bei Stenzei I. o. 514.
58, Mehrmals in seinen Briefen o<l. Nn-ei et 8o»<?l>et l. Il),
Alan oergleiche etwa 24. 25. 26. 54., so wie eie Verhandlungen»her seine Wahl, zusannnengestellr hei K»rv„. »N a. 1601.