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Geschichte des ersten Kreuzzugs
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ohne seine Rechtfertigung gehört zu haben, zweimal scheitertHildebrand, vor dessen Blick sonst die Geister der Menschenzusammenstnkcn, an der Hartnäckigkeit dieser Eiferer. End-lich muß Berengar ein von dem Cardinal Humbcrt aufge-setztes Glanbcnsbckcnntniß unterschreiben: in der Hostie werdeder wahre Leib Christi von den Händen des Priesters zerbro-chen, von den Gläubigen betastet, von ihren Zähnen zerkaut.Er thut es aus Todesfurcht und weicht einem siegenden Geiste,von dem er sich loszureißen, den er aber nicht zu bestehn ver-mochte. Ich bin entfernt davon, den geistigen Gehalt in jenerSinnlichkeit zu verkennen; vielmehr freue ich mich, auch inmeinem Zusammenhänge die Worte eines berühmten Forscherswiederholen zu dürfen:ihrem überschwenglichen Gefühl warnur der Leib Christi das Reale, die Substanz des Brodes sogut wie nicht vorhanden. Alles ist hier ins Himmlische verklärt,nichts Irdisches mehr. Dem verständig besonnenen Berengarwar cs Bedürfnis, das Göttliche, was der Glaube ergreift,und das Natürliche, was die Sinne wahrnehmen, scharf zusondern. Bei seinen Gegnern konnte eine solche Unterscheidungkeinen Raum gewinnen und sie mußte ihnen als etwas garKaltes, als eine Ausleerung des Mysteriums erscheinen" rH.Wie auf die Brodvcrwandlungslchrc, so lassen sich diese Worteauf die ganze Richtung im allgemeinsten Sinne anwendcn.Jene Zeit hatte das natürliche Verhaltniß von Geist und Ma-terie verloren; sic fühlte sich durch Unbildung und Rohheitüberall in der Materie gefesselt; sic empfand die Regungeneines geistigen Lebens mächtig aber gehemmt in ihrem Innern;stürmisch und angstvoll zugleich suchte sie durch die Vernichtungdes Irdischen ein himmlisches Leben zu erreichen. Beinahe nochin gleicher Rohheit finden wir dieselbe Vorstellung in einemBuche, vielleicht ans der Feder, jedenfalls aus der Schule desheil. Anselm hcrvorgegangen, nachdem man doch schon nachallen Seiten so wesentliche Fortschritte gemacht 36 ): da heißt

35) Neandcr ji. 367.

36) ^lucid-li'iuin c. 13. Ucder die Aechtheit s. die Vorrede Gerberonö.