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Erstes Capitcl.
Motive und Anlaß.
Die abendländische Christenheit, einst durch Karl denGroßen zu einer fcstgcschlofsencn Monarchie geeinigt, war umdie Mitte des cilften Jahrhunderts in eine Reihe unverbunde-ner, in sich zerfallender Bcstandthcilc aufgelöst. In Deutsch-land war durch den Tod Heinrich Hl- eine mächtige Aristokra-tie fesscllos geworden, Nord- und Süddeutsche, die einzelnenHerzoge und Grafen, weltliche und geistliche Fürsten drängtenauf volle Selbstständigkeit. Ueber Frankreich handhabte KönigPhilipp eine nichtöbedcntendc Herrschaft; die großen Vasallenwaren ein jeder mächtiger als er und ohne den mindesten Ge-danken an eine Einheit des Reichs: vor allem die Fürsten desSüdens hatten die Erinnerung an königliche Obergewalt bisauf die letzte Spur verloren i). Die spanischen Fürsten warendurch den Krieg mit den Saracenen zur Anspannung aller Kräftegenöthigt, nicht einen Gedanken hatten sie übrig, den sie denallgemeinen Interessen des Abendlandes znznwcnden vermoch-ten. Wer fragte in Italien, als Kaiser Heinrich gestorben,nach der Oberhoheit Deutschlands? Da führten in Apu-lien die Normannen ihre Kriege, der alte Gegner des Kai-sers, Herzog Gottfried, war der Herr von Mittelitalien, dieLombardei war durchaus eingenommen durch kirchliche und lo-
ts Die I,isb. Ne t,!»,A„eNoc hebt bei einigen tvlosanischen Urkunden denAusdruck re^naote l'bilsiij,» rege als auffallende» Zusatz hervor.
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