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Geschichte des ersten Kreuzzugs
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Thatsachen uns vor Augen führt. Zugleich aber sprachen wireine Grundidee als die Einheit und Norm ihrer Schöpfungenaus, die poetische Verherrlichung Herzogs Gottfried, als desvon Gott gesetzten Anführers des Unternehmens. Wir erwähn-ten endlich die Dichtungen des Gandor von Douay und Andrer,in denen dieser Stoff künstlerische Form gewonnen hatte. Hierzeigt sich nun, daß die Vorliebe, mit welcher die Litteratnrdes 13., 14. und 15. Jahrhunderts das Ritterepos ausbildete,auch diesen Stoff nicht unbeachtet ließ; vor Allem das nördlicheFrankreich war die Heimath der hierhin gehörigen Dichtungenund einzelne Spuren weisen uns dann weiter nach Deutschland,Holland, England und Italien hin. Die Entwicklung geschahder allgemeinen Richtung ganz analog: im 13. Jahrhunderthielt uran sich strenger auf dichterischem Boden, und kündetedurch metrische Formen sogleich das Epos an: seit dem >4.verschwand Versmaaß und Reim in einer breiten Romanenprosa,der Glaube an äußerliche Wahrheit des Erzählten nahm zu,man verknüpfte das Gedicht mit den buntesten historischen An-gaben, bis gebildetere Leser weder Geschichte noch Poesie indiesen Prodncten zu erkennen wußten.

Nach dem erwähnten Gedichte Gandors ist die ältesteBearbeitung unsres Stoffes, von der ich Kenntniß habe, einedeutsche, von berühmter Hand unternommen. Die kaiserl. Bi-bliothek zu Wien bewahrt ein Epos von Wolfram von Eschen-bach, über den Zug in das heilige Land unter Gottfried vonBouillon, woran eine Darstellung der syrischen Kämpfe bis 1227geknüpft ist l?)<

Gandors Schwauenritter wurde im 14. Jahrhundert inProsa übertragen, und ans dieser Bearbeitung sind weitläufigeAuszüge bekannt gemacht worden i«). Daß bei der Ucbertra-gung vielfache Aenderungen und Zusätze gemacht wurden, istnicht zu verkennen; die Neste religiöser Begeisterung, schon beiGandor nicht bedeutend, find völlig verschwunden und durch ein

47) I.iimlil'cii coiiimeul.uk' cle Ol't»:»,'. II. 918. e<!. Kttlluk-.

18) ülelriirAes lires tl'une Zllamlv Ickiklioi-Iieijue Vi. j4. 4 ss.