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Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
Seite
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sichrer des Krcuzzngs; aber, heißt cs weiter, Weisheit, Kraft,Rechtschaffenheit, und welchen Namen die menschlichen Tugen-den alle tragen, hoben ihn stillschweigend an die erste Stelle.Mit einem solchen Bilde bcfrenndctc sich leicht auch ein zwei-felndes Zeitalter; Wilhelm galt selbst schon für eine Quelleund man dachte nicht daran, seinem Anrecht auf diese Stellung-schärfer nachznforschen. Man nahm auf sein Wort diese Dar-stellung als Wahrheit an; die reine Gestalt der Sage, weitumher zerstreut und durch keinen berühmten Gewährsmann ver-treten, kam gar nicht zur Sprache oder galt mit ihren: Glanzeund ihren Wundern für Ausschmückung und Ucbcrtrcibung desachten Thatbcstandes. Mau redete von der heißen Erregung,von der gläubigen Wuudcrsucht des Zeitalters, da seien solcheVerzierungen der Wahrheit leicht begreiflich. Aber niemandvermuthete, daß gerade die Verzierung das Ursprüngliche, unddie geglaubte Wahrheit nur ein abgeleitetes, geschwächtes Er-zengniß aus derselben war.

In dem zuletzt angegebenen Verhältuiß ist, wenn ich nichtganz irre, der positive Charakter des Wilhelmschen Buches, soweit cs den ersten Kreuzzug angeht, ausgesprochen. Wilhelmsteht auf der Stufe, die in jeder Littcratnr unmittelbar auf eineEntwicklung der Sage folgt: der Unterschied zwischen geschicht-licher und poetischer Wirklichkeit ist ihm verschwunden, er suchtnun die erste mit der letzten zu vereinigen. Er sieht nicht, wieibm dabei die Wahrheit der einen und die Schönheit der an-dern verloren geht, er fährt fort in seinem Werke mit Talentund Energie, und das Werk, auf dessen Vollendung er dieganze Fülle seiner Natur geworfen hat, besticht den Leser, in-dem es ihm ein treues Abbild dieser Natur cntgcgenhalt. Frei-lich schmälern wir den Ruhm seiner Zuverlässigkeit mit dieserAnsicht um ein bedeutendes, wir zerfallen sein Werk geradezuin zwei Halsten, deren eine als die vortrefflichste, die andere,was den Inhalt angeht, als ganz unbrauchbare Quelle geltenmuß. Um so mehr trat die Aufgabe hervor, die Einheit bei-der nach den: persönlichen Wesen des Verfassers darzuthun, wirmußten Nachweisen, daß dasselbe Streben hier seine Trefflich-