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Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
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gewesene). In sittlicher Rücksicht ist Habsucht und Ueppig-keit freilich im Anwachsen, manche einzelne Burg mag dadurchrascher verloren oder verrathcn worden sein. Aber nicht eineThatsache wußte ich anzuführcn, aus der man Abnahme derkriegerischen Tüchtigkeit folgern konnte: so zahlreich ihre Nie-derlagen sind, so erleidet man sie fast durchgängig durch dieUuvorsichtigket der Führer, durch Ungcbundcuhcit der Streiten-den, aber niemals durch Feigheit, durch matte Unthätigkeit aufirgend einer Seite. Wohl hatte das Treiben der ersten Kö-nige aufgchvrt, die Jahr für Jahr ihre Plünderungen und Er-obcruugszügc hierhin und dorthin unternahmen, aber der ein-fache Grund war der, daß man einen Staat unter Staatenbildete, daß man nicht mehr rechtlos dem rechtlosen Feinde ge-genübcrstand, sondern sich in stillschweigender Ucbcrcinkunft, frei-lich als unversöhnliche Gegner aber als gleichberechtigte Indi-viduen anerkannt hakte. So war in jedem Augenblicke ein Waf-fenstillstand , ein einstweiliger Frieden gcdcnkbar, und auch derKampf, wenn er eintrat, erschien in geregelteren Formen. Nachinnen gewandt, zeugte dies Gefühl politischen Lebens die Corpo-rationcn des Reichs, die hier in zahlreicher Abstufung und festerBegrenzung sich gegenüber standen. Freilich schien mehrmals dasGemeingefühl neben den Interessen der Corporation zu verschwin-den, wie z. B. die beiden großen Orden durch Hochmuth undWidersetzlichkeit vielfach geschadet haben aber im Allgemeinenreden die Thatsachen lauter als die Verneinungen der Schrift-steller, daß Bewußtsein und Aeußerungen der Einheit in gro-ßem Maaßc vorhanden waren. Gerade in diesen Zeiten desVerfalls wurde der Zustand vollendet, der in den Assisscn seineGesetze erschuf; die Aristokratie hatte zahlreiche Vertreter, de-ren Fähigkeit niemand läugnet; den Wohlstand und die Bedeu-tung der Städte bezeugt, wenn nichts Anders, das Steucrgcsctzvon 1182 3o); und Beispiele, daß abgcsehn vou dcn Orden irgend-wer sich den Anforderungen des Reiches entzog, gehören erst seit

29) XXII. 27.

.30) XXII. 23.