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Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
Seite
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Heers und seiner einzelnen Schaaren; niemals hat man aufdiese Angaben Rücksicht genommen, da sie mit Albert von Aa-chen und Wilhelm von Tyrns im Widersprneh stehn und dnrchunmittelbare Vermischung mit spätem Ereignissen Mißtrauenerwecken. Dem nnerachtet stehe ich nickst an, diesen Berichteines Feldherrn über solch einen Gegenstand allen andern voi-zuziehn, und werde fernere Gründe für seine Beglaubigungbeibringen. Jene Anticipationen erklären sich leicht aus demBestreben Radnlfs, den Angriffsplan deutlich zu machen, ohneRücksicht auf die Zeitfvlge der Ereignisse. Er wendet sich dar-auf zu den abgesonderten Kämpfen seines Helden, seinen Berichtdarüber stelle ich gleich mit dem eines Augenzeugen. Dannfolgt eine ganze Reihe von Ereignissen, alle vielleicht sehr rich-tig und genau, für uns aber durchaus unbrauchbar, weil siein dem Zusammenhang, den die übrigen Quellen geben, nichtunterznbringen sind. Was endlich die Einnahme der Stadtangeht, so ist er wieder die schlechthin entscheidende Quelle;über den Verrath des Firuz und die vorhergehenden Unterhand-lungen kann niemand ans größere Glaubwürdigkeit Anspruchmachen, als der Vetter Boemunds und wer durch ihn unterrich-tet worden ist.

Radnlf selbst ist sich des Umstandes, daß die Art seinerKenntniß auf den Zusammenhang der Ereignisse wenig Bezughat, wohl bewußt gewesen. Fast durch den ganzen Verlaufseines Buches fehlt Gleichmäßigkeit der Darstellung: er malteinzelne Vorgänge und Charaktere weitläufig aus, und fertigteine wichtige Entwicklung, einen ganzen Zeitabschnitt ans dasKürzeste ab. In vielen Fällen scheint er den Faden der Erzäh-lung ganz zu verlieren, bald in geschmückten und schwerfälligenBeschreibungen, bald in raisonnirender Erörterung, wo er mitdem Detail der Thatsache auf das Willkührlichste verfährt.Man kann in dieser Beziehung seinen Bericht von dem ZwisteBoemunds und St., Gilles über Antiochien mit dem der übri-gen Quellen vergleichen wa). Seine Einzelnheiten, und vor Allem