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Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
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nie in diesem Sinne Mittheilungen gemacht. Was wir vonchm vernehmen, kann also mir ans zufälligen Erinnerungen desFürsten, wie sie das Gespräch herbeiführte, entstanden sein, alsoimmer nur einzelne Bruchstücke enthalten, Fragment an Frag-ment, deren Verbindung einzig ans Rechnung des Aufzeichnen-den kommt. Für den Zusammenhang der Begebenheiten, fürdie Ansicht des Ereignisses als eines Ganzen kann seine Schriftnicht ans den Rang einer unmittelbaren Quelle Anspruch ma-chen. Aber auch zwischen diesen Fragmenten wird man weiterunterscheiden müssen. Schlechthin glaubwürdig sind alle dieAngaben, die sich unmittelbar auf Tancrcd, auf dessen persön-liches Sein und Handeln beziehen. Für das Eine ist RadulfAugenzeuge, für das Andere hat man keinen Grund, die Treueseiner Uebcrlicferung in Zweifel zu ziehen. Nicht so unbedingtenGlauben wird er aber für den Rest seiner Erzählungen unddieser bildet den größten Theil des Buches fordern kön-nen. Die Begebenheiten, die dort berichtet werden, sind vondoppelter Art, solche, die Tancrcd nicht anders als jeder Sol-dat seines Heeres wahrnehmcn konnte der äußere Hergangeines Kampfes, das Terrain eines Schlachtfeldes, das Datumirgend eines Vorfalls rc. oder sie sind der Art, daß seinRang, seine Stellung im Heere ihm besondere Gelegenheit zurErkenntnis derselben gab der Plan- eines Angriffs, Verhand-lungen unter den Fürsten und was dem mehr ist. Für dieseletzte Klasse von Angaben ist Radulf offenbar wieder entscheiden-der Gewährsmann, und man bedauert nur, daß die Mitthcilnn-gcn dieser Art nicht zahlreicher sind. Für die übrigen kannman ihn mit den Gesten und Raimund kaum in eine Liniestellen, da seine Nachrichten doch immer nur aus zweiter Handkommen. In jeden: einzelnen Fall wird man sich der genaue-sten Kritik nicht übcrhcben können.

Versuchen wir cs, diese Betrachtungen an einem einzelnenBeispiel, seiner Darstellung der Belagerung von Antiochien, zuerläutern 163). Er entwickelt zuerst die Stellung des christlichen

163) c. 46 ff.