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Geschichte des ersten Kreuzzugs
Entstehung
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rüge numerische Angaben über die Stärke des Heers sind her-vorznhcben; i»i Uebrigen gibt der Brief, kurz wie er ist, we-nig Aufschlüsse über Begebenheiten oder Personen.

3. Stephan von Blois an seine Gemahlin.

Der Graf von Blois schrieb, so viel wir wissen, dreimalim Lauf des Krcnzzngs an seine Gemahlin Adele, eine gleich-sehr durch Bildung und Liebenswürdigkeit damals berühmteFrau. Der erste dieser Briefe ist uns verloren und wäre auchgleichgültiger für die Erkenntniß des Krcnzzngs, da er nur vonder Fahrt bis Eonstantinopcl Meldung that. Der zweite istans dem Lager vor Nicäa kurz nach der Eroberung dieser Stadtgeschrieben s); er gibt über die Kämpfe, die bis dahin vorgc-fallen, wenig Aufschluß, zeichnet aber in dein Vcrhältniß, wel-ches zwischen Stephan und dem griechischen Kaiser sichtbarwird. Beider Persönlichkeit mit bestimmten Zügen. Stephanist voll von der Eitelkeit einer schwächlichen Natur, die sich anunbedeutenden Dingen hoch ergötzt, und in angenommener Be-scheidenheit am deutlichsten sich vcrräth: welch ein Mann istder Kaiser, welche Schätze besitzt er, mir ist er wie ein Vater,ganz zuletzt habe ich zwar versäumt, ihn zu sehen, doch war erzufrieden mit meiner Abwesenheit, weil ich bei dem Heereblieb, in dessen Nähe noch immer die Türken sich aufhiclten.Merkwürdig scheint mir dann am Schlüsse des Schreibens dieAenßerung: in fünf Wochen werden wir in Jerusalem sein,wenn Antiochien unfern Marsch nicht anfhält. Die Zeitbestim-mung ist freilich etwas ungenau, doch sieht man, wie richtigdie Fürsten den Zustand von Asien und die ihnen günstigen Aus-sichten erkannten; Antiochien war in der That der einzige Punkt,wo sic wesentliche Hindernisse erfahren konnten und reichlicherfahren haben.

Aus dem Lager vor dieser Stadt und kurz vor der Ein-nahme derselben ist der dritte Brief geschrieben s). In mancher

5) Klus. culc. Iiliilon. I). Lucri.

6) Bei Ilj, -jZo scjtj.