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Aechthcit dcr ganzen Urkunde sehr bestimmt in Zweifel gezogenhat. Man nahm das Stillschweigen der griechischen Quellenhinzu, berief sich anfGniberts häufig erkennbare Unzuverlässig-keit und erklärte die Rcdaction bei Martene für eine dcr imMittelalter gewöhnliche» Mönchsarbciten, für eine freiere Ucber-arbcitnng des Gnibcrt'schcn Tertes. Es kam dazu, daß mancheSeltsamkeit des Inhalts nicht gelangnct werden konnte; manvermißte den hochfahreuden Kanzleistyl des griechischen Reichesund fand das Lob dcr orientalischen Frauen ungeziemend, alsLockung für christliche Kreuzfahrer und kindisch in dem Mundecincs byzantinischen Herrschers.
Die Aechthcit des Martene'schen Schreibens zu verthcidi-gcn, bin ich nun freilich weit entfernt: an sich ist die Wahr-scheinlichkeit jener Uebcrtragung einleuchtend und bis jetzt fehltjede Art einer positiven Beglaubigung. Um so mehr scheintmir aber Guibert in Schutz zu nehmen, dem, wie wir untensehen werden', nicht so schlechthin eine Erdichtung aufgebürdctwerden darf. Wohin sollte uns in dieser Zeit und vor Allembei griechischen Dingen jene rein negative Art der Beweisfüh-rung bringen, nach der man einem unterrichteten AbendländerGlauben versagte, weil der Byzantiner verschweigt, daßsein Kaiser einen flandrischen Grafen um Hülfe angcfleht?Höchst wahrscheinlich hat Guibert jene Mittheilung unmittelbarvon dem Grafen selbst erhalten 3): mir scheint freilich erlaubt,uns zu verwundern über die Seltsamkeit des Inhalts, nichtaber deshalb ganz zu verwerfen, was neben niemals bezweifel-ten Nachrichten Albcrts oder Wilhelms doch noch ganz gewöhn-lich sich ausnimmt.
2. Schreiben Urban H. an AleriusaH
Aus dem Sommer des Jahrs 1096. Dcr Papst empfiehltdie aufbrcchenden Kreuzfahrer der Fürsorge des Kaisers. Ei-
ch S. unter Guibert.
4) In den Ckncilieusammlungcn mehrfach gedruckt.