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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum. 2. Periode, t. Zeitabschnitt, t. Capitcl.

neue Nuntius Pacca zu Cöln erklärte in seinem Rundschreiben an die Pfar-rer: daß die Erzbischöfe die dem Papste vorbehaltene Dispensation nicht er-theilen dürsten, und wenn sie es thäten, dieselbe ungültig wäre. Daher tratkurz darauf der Churfürst von Trier zurück ft 787), und erbat sich vomPapste die Quinquennalien für seine Diöcese Augsburg. Auch der Churfürstvon Mainz näherte sich, da er die Einwilligung von Ron, zur Annahme desHerrn von Dalberg zum Coadjutor nöthig hatte. Endlich erklärten alledrei, sie wünschten sehnlichst, die entstandenen Irrungen mit dem h. Vaterbeigelegt zu sehen, und erkannten das Recht des Papstes, Nuntien zu schickenund Dispensationen zu ertheilen an (1789). In der Antwort erläuterte PiusVl. ausführlich die Gründe, worauf sich seine Rechte stützten'),tz. 37l. Littcr arische Thätigkeit; Unglaube u. Aberglaube.

Die letzten Bewegungen blieben, wie schon hervorgehobcn wurde, nichtohne Einfluß auf die thcol. Litteratur, sic riefen vielmehr dieselbe theilwcisehervor. Den theologischen Lehranstalten wurde eine große Aufmerksamkeitgewidmet, und die Aufhebung des Jesuitenordens, welcher die meisten Fakul-täten eingenommen hatte, forderte ohnedies zu Res eingreifenden Reformenauf. In Mainz wurde die Universität umgestaltet und durch die eingezogenenKlostergüter erweitert, in Bonn eine gleiche vom Chnrfürftcn Maximilianvon Cöln gegründet. Wie man sich in Bezug auf Kirchenverfassung und Cul-tus der Formen des MA. zu entledigen suchte, so wurde auch in der Dog-matik dieses Streben rege und zum Theil verwirklicht, indem ihre Bearbei-ter statt der scholastischen Form einen mehr zusammenhängenden Vortrag wähl-ten. In dieser Art bearbeiteten der scharfsinnige Jesuit Bcncdi et Statt-ler^) in Ingolstadt und der Augustiner-Eremit Eugelb. KlüpselJ,Professor zu Freiburg, die Dogmatik nach den Bedürfnissen der neuen Zeitmit Geschick und Talent: Stattler ausführlich, Klüpfcl mehr compendiarisch.Von Elfterem sagte der verdienstvolle M ichael Sailer nach eigener Er-fahrung: „In diesem Zeiträume (Mitte des 18. Jahrhunderts) erschien imkathol. Deutschland ein Mann, der uns vom ersten Satze der Logik bis zumletzten der Theologie selbst denken lehrte. Noch setzt segnet mein Gemüthseine Asche, denn ihm schreiben mit mir unzählige Männer die frühe Richtungzum Selbstdenken und die stete Uebung im Selbstdenken dankbar zu." Dochwaren seine theologischen Ansichten nicht immer ohne Anstoß; cs wurden daher mehrere seiner Hauptwerke von Rom aus ecnsurirt'). Der Werth Klii-pfel's ist durch den bis auf die neueste Zeit unausgesetzten Gebrauch genug-sam anerkannt; damit verwandt ist das größere und kleinere dogmatischeWerk von dem Benediktiner Wiest. Auch das umfassende Werk des Domi-nicaners Gazzaniga^), Professor zu Wie», fand viel Tbeilnahmc, gleich-wie die apologetischen Werke von Beda Mayr und Storch enau.

1) Lanetissimi vom. nostri kii kaMe VI. rk8yon8io all ibletrnjioiitnnos blo-guntinnm, Vrsvirens., Lolou. et Lnlisb. super bluntinturis Vpostol. Rom. 789.

2) 82aEer, cksmonstratin evrinxslico. Vnx. Viml. 771.; «lcmonslrntio cntb.Rappend. 775.; tbsologia cbrist. tbeorstica. InAolst. 776. VI V.; Allgemeinekathol. RcligionSI. München 793. 2 Bde.

3) V7 iustilntt. tbeol. OoZin. II. Viiulob. 789. sä. III. auctore

tlrSA. VIioni. Ziegler. Vien. 821 Vine. Vei in. eonimonitnr. e<I. Ivüpt'el. Vien. 809.

4) Besonders die ilenionstrutin eatbol. u tbenl. ebr. tbeoretiea. Vgl. Hutha. a. O. Bd. II. S. 433 u. 454.

5) RVest, institutiones (masoros) tbeol. In^olst. 790—801. 6 V; Institut.