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3. Zeitraum. 1. Periode. 1. Capitcl.
sein Pontifieat wohl glänzend, aber wenig he.lvoll für die Kirche, besondersda durch seine übertriebene Verschwendung die betrübende Rcligionsstreitig-keit theilweisc veranlaßt und auch seinem Nachfolger, der die redlichsten Ab-sichten hegte, die Stellung zu Rom verkümmert wurde (f- 1. Dee. l521>
§. 305. Reichstag zu Nürnberg auf l. Sept. 1522 ausgeschriebenÄar/uatck. nun. aä a. !522. Meusel a. a. O. Tbl. I. S. >05 ff. WalchLuch. W. Bd. XV. S. 2504 ff. Briefwechsel P. Hadrian's VI. mit Eras-mus. a. d. Latein. Franks. 840. Riffel Bo I. S. 318 ff.
Als bei der Bcdrängniß durch die Türken ei» »euer Reichstag berufe»wurde, gedachte der gegenwärtige Papst Hadrian VI., der frühere LehrerCarl's V., zugleich die Beseitigung des NcligionsstrcitcS emzuleitcn, zumalLuther wieder nach Wittenberg zurückgckehrt war (8. März 1522). Ganzdas Widerspiel seines Vorgängers, voll tiefen, religiösen und kirchliche» Sin-nes, einfach in seinen Sitten, erschienen Hadrian V I. die Kunstschätze Nom'ö„als Götzenbilder der alten Heiden." Eine solche offen ausgesprochene Ge-sinnung war den Römern aus Leo s X. Negierung natürlich anstößig. Alsder Papst nun durch seinen Legaten Chiereg ati auf dem Reichstage zuNürnberg nur z» rückbaltslos erklären ließ : „um sowohl seiner Neigung alsseiner Pflicht zu genüge», verspreche er alle mögliche Sorgfalt anzuwenden,zuerst den päpstlichen Stuhl, von dem vielleicht das ganze Uebcl herkvmme,umzuwandeln, damit so, wie von da nach unten das Verderben gegangen,ebenso von da die Heilung und Besserung komme," steigerte sich die Erbit-terung gegen ihn noch mehr. In der Ucberzeugung, daß Luthcr's unvernünf-tige und abgeschmackte Lehre nur Unwissende annchmen können ^), die Auf-lehnung gegen den alten Glauben nur von erlittener Bedrückung herrühre,glaubte er durch solche Vcrbcißungen die Gemüthcr gewinnen zu können, unddrang auf kräftige Maßregeln gegen Luther, andeutend, daß die fetzige Em-pörung gegen die geistliche Behörde sich bald auch gegen die weltliche wendenwerde. Das letztere überhörte man und triumphirtc über das Zugeständnisder Gebrechen des Papstthums und die Verheißung der Abschaffung der ein-gerissenen Mißbräuche. Man brachte von Neuem fene 101 Beschwerdengegen den päpstlichen Stuhl vor, drang auf ein allgemeines Concil in einerdeutschen Stadt, wo erst über noch mehrere Beschwerden verhandelt, unddann die durch Luther angeregten RcligionSstreitigkeiten erörtert werden soll-ten. Seither, erklärten die Stände, hätten sic die Reichsacht an Luther undseinen Schriften aus Furcht vor einer Empörung des Volkes nicht vollziehenkönnen. Doch wolle man, wurde mit lauen Worte» heigcfügt, bis zur Ab-haltung des Concils der mündliche» und schriftlichen Verbreitung der neuenLehre nach Kräften steuern, und die Bischöfe bei Verhängung der kanoni-schen Strafen gegen Geistliche, die sich verehelichen, unterstützen.
Zufolge solcher rücksichtsloser Kränkungen verließ der Gesandte denReichstag, und Hadrian, die übele Gesinnung und Absicht der Stände durch-
14 In einem Briefe, den er noch als Cardinal schrieb, sagte er in Beziehungauf Luther: tjui saus tum rmles et palpabiles baersses milii I>rue SS lorrvviästnr, nt ne elisripnlus ouiilem tbeolnAiae ae prima ejus liminu ingressurita labi morito potuisset. — bliror vable, guocl bomn, tam manifeste tuwguepertinaeiter in ticle errans et. suas baereses somniagus «lillünäens. impuuoerrars et alios in perniriosissimos errores trübere impnne sinitur. lNm-»»aurrf aualeets. bist, cle Ilaclr. VI. 3'raj. 727. 4. p. 447 ) Dieses llrtheil stammtaus der Kcnntniß der lateinischen, nicht der die große Menge irrclcitcndcn undaufregenden deutschen Werke Luthers.