Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
736
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IM Lungenprobe

ansehen kann, von denen die rechte etwas kürzer und breiter ist als die linke. Zwi-schen beiden liegt nach unten und links das Herz, welches bei Ausdehnung der Lun-gen von ihnen umfaßt wird. Beide Lungenhälften sind getrennt durch eine Schei-dewand, welche von einer Hautfalte der Brusthaut gebildet wird. Jede Lunge»-hälfte ist daher ganz frei und abgesondert in ihrer eignen Höhle, welche sie bei derAusdehnung durch das Einathmen völlig anfüllt, und hangt nur noch oben durchihren Luftröhrenast mit der Luftröhre zusammen, nach hinten ist sie durch starkeBlutgefäße, die aus dem Herzen kommen, mit demselben verbunden. Die Masseder Lungen ist zellig, schwammig, bei Kindern von blaßröthlicher, bei Erwachse-nen v on blaulichgrauer Farbe. Sie besteht aus einer Menge kleiner Abtheilungen(Läppchen), deren zarte, häutige Wände sich so berühren, daß sie zusammen einGanzes ausmachen. Jedes Läppchen ist wieder durch viele noch kleinere häuligeScheidewände in mehre Zellen, Lungenbläschen genannt, getheilt. Diese sind ei-gentlich die Enden der feinsten Zweige der Luftcöhrenyste, welche durch immerwiederholte Theilungen endlich zu den kleinsten, zartesten Röhrchcn werde».Die unendliche Vertheilung dieser Enden bildet die schwammige Substanz derLunge. Folglich geht die eingeathmete Luft in ununterbrochener Strömungdurch die Luftröhre in die beiden Lungen über, durch die größer» Aste in kleinere,von diesen in kleinere, von diesen in Zweige, und in unendlich viele Zweigelcheiibis in die letzten Röhrchen und Luftzcllchen. Außer dieser Anhäufung von Lust-zellchen besteht die Lunge noch aus einem Gewebe der feinsten Blutgefäße von 4 ^verschiedenen Systemen, nämlich von den Verzweigungen der Luströhrenartcrien, !welche alle Verzweigungen der Luftröhre begleiten, indem sie dieselben umschli»- sgen, durchdringen und für jeden abgehenden Ast derselben ein Ästchen abgebe», sSie dienen zur Ernährung der Luftröhrenäste und zur Absonderung der Fcuchtig- ikeit in dem Innern derselben. Aus ihnen sammeln sich die rücklaufenden Blut- §ädern, welche nun zum Theil rückwärts in einen Stamm (die Bronchialvene) sichvereinigen, zum Theil in die Lungenvencn übergehen. Ferner stellen die Lungeu-arterien und Lungenvencn einen Haupttheil der Lungensubstanz dar. Aus du jrechten Hälfte des Herzens kommt nämlich der große Stamm der Lungenarterie, !welcher sich sogleich in 2 Theile, für jede Lunge einen, theilt, welche sich in der- !selben in Äste, Zweige und kleinere Zweigelchen abtheilt. Die feinsten Verzwu-gungen der Lungenarterie umgeben als ein Netz von Haargefäßen die Lungenlapp-chen und Luftzellchen, öffnen zum Theil sich in die Luftröhrenzcllchen und gehe»zum andern Theil in Venen über, welche rückwärts sich zu immer größer» Astwvereinigen und endlich, aus jeder Lungenhalste in 2 Stämme vereinigt, als dirLungenvenen zur linken Hälfte des Herzens zurückgehen. Endlich gehören zum !Ganzen der Lungen auch noch die ihnen zugehörigen Nerven, welche theils die Luft- jröhrenzweige tief in die Lungen begleiten, theils mit den Blutgefäßen derselben ^verlaufen. So besteht also die ganze Substanz der Lunge aus einer zahllose» sMenge nebeneinanderliegender Luftröhrchen und Luftbläschcn, aus den Haargefäß- jnetzen der Bronchialarterien, der Bronchialvenen, der Lungenarterien und Lun-genvencn und deren Nerven, welche allesammt durch die gemeinschaftliche Lungen- -haut zu einem Ganzen zusammengehalten werden. H.

Lungenprobe, ein Versuch, den man (bei dem Verdachte des Kinder- ,mords) mit den Lungen eines todten, neugeborenen Kindes vornimmt, um auszu- ^Mitteln, ob das Kind nach der Geburt gelebt habe oder nicht. Man legt nämlich !die Lungen in reines Wasser, um zu sehen, ob sie zu Boden sinken, oder ol«schwimmen. Vor der Geburt sind die Lungen dunkelroth, in einen engen Raumder Brusthöhle zusammengezogen, fest und specifisch schwerer als das WaßnSie sinken daher im Wasser sowol ganz als stückweise zu Boden, und n>c>>"man sie zerschneidet, so dringen keine Luftbläschen hervor, weder in noch außn