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Kmu'rsdorf (Schlacht bei)
aus die Verlbcidigung gewiesen. Beobachtend stand er an der Grenze Oberschlc-siens, ohne der gewaltigen kaiserlichen Macht mit Erfolg beikommcn zu können.Wahrend dem drängten 70,000 Russen immer unaufhaltsamer an der Wartheheran gegen die Oder. Ihr Anführer, Soltikoff, zeigte mehr Gewandtheit alsdie preuß. Feldherren; denn weder der bedächtige Dohna noch Wedel, den der Kö-nig mit dictatorischer Vollmacht gesendet hatte, verstanden sich kräftig der Gefahrcntgegcnzustemmen. Ein ungeschicktes Gefecht zwischen Züllichau und Kressen(beim Palziger Hammer oder bei Kai) am L3. Juli cntmukhigtc die preuß. Kriegervollends, sie gingen über die Oder zurück; die Russen besetzten Frankfurt, wohingleichzeitig schon die Generale Laudon und Haddik mit 36,000 Ostreichen! durchdie Lausitzen zogen. — Jetzt durfte der König keine Zeit mehr verlieren, wollteer seine Erbstaaten befreien. Er mußte die große östr. Armee unter Dann, obwolsie sich ebenfalls regte, durch ein Corps unter Prinz Heinrich festhalten lassen,mußte alle ihm noch zur Verwendung mögliche Strcitmittel zusammennehmen undselbst der Oder zueilen. Er that es mit gewohnter Schnellkraft, konnte aber Lan-don'ö Verbindung mit Soltikoff nicht mehr abwenden; Beide, 60,000 M. start,standen bereits zum Kampfe gerüstet auf dem rechten Ufer der Oder bei Frankfurt.Der König, der sich von Müllrose her näherte, marfchicte am linken Ufer hin undsetzte nördlich der Stadt über den Strom. Die Verbündeten, dieses Umgehen be-merkend, veränderten mittlerweile ihre Front, sodaß ihnen Frankfurt und die Oderim Rücken blieben. Ihre Stellung auf den Anhöhen (Juden - und Mühlberge»,die sich wie ein natürlicher Damm zwischen der Oderniederung und dem weiter»östlichen Lande bis Kunersdorf hinziehen, war theils durch Verschanzungcn, theilsdurch Verhaue und durch vieles Geschütz verwahrt, hatte jedoch große Mängel:allein das Terrain bei Kunersdorf ist schwierig, und der König kannte es bei weiten,nicht gehörig. Bloße Ansicht aus der Ferne reichte nicht hin. Gleichwol bewegteer seine ganze Kraft in fast senkrechter Richtung gegen den russischen linken Flügelund hatte nichts Geringeres im Sinn als feine Feinde gänzlich hier zu vertilgen.Und wirklich waren die ersten Erfolge der preuß. Tapferkeit glänzend. GeneralFink demonstrictc mit seinem Corps auf dem äußersten rechten Flügel und bedrohtedie Russen im Rücken, während der König durch Grenadiere des rechten Flügelsdie Verschanzungcn erstürmen liest, welche den russischen linken Flügel deckten;das Centrum und der linke Flügel der Preußen, wo sich Seydlitz mit der Reiterei be-fand, sollten vcrhältnißmäßig gegen die feindliche Stellung hin drücken, der Gene-ral Wunsch endlich mittlerweile Frankfurt nehmen. Ein militairischer Blick aufdie Örtlichkeit (wir verweisen auf Tempelhosts „Geschichte des siebcnjähr. Kriegs",3. Bd., und auf Rctzvw's „Charakteristik der wichtigsten Ereignisse deS siebenjahr.Kriegs", !?. Th.) läßt allerdings die Folgen einer Niederlage für die Russen erken-nen. Schon war ihr linker Flügel überwältigt und in Verwirrung gegen ihrCentrum gedrückt, eine Menge Geschütz erobert, ihre Stellung erschüttert; einezweckmäßige Entwickelung ihrer Streitkräftc gestattete die geringe Tiefe ihrer Stel-lung ohnehin nicht. Aber im Begriff, die errungenen Vortheile zur Entschei-dung zu führen, stießen die Preußen auf nicht zu überwindende, entweder nicht er-wartete oder nicht genug gewürdigte Terrainhindernisse. Fink ward dadurch imweitem Vordringen um so leichter vom Feinde aufgehalten; alle Anstrengungendes Königs mit dem rechten Flügel scheiterten an einem, wenn auch nicht tiefen,doch steilen Grunde, und nur langsam und mühvoll konnte sein linker Flügel zwi-schen Seen sich hindurchwinden. Allenthalben stockte und schwankte es in denpreußischen Bewegungen; um so verheerender wirkte das russische Geschütz, und dieFeinde hatten Zeit, sich wieoer zu ordnen und immer neue Masten ins Gefecht zubringen. Besonders war Laudon, anfangs im Rückhalte lauernd und mit kundi-gem Scharfblick die Lage und den. Hergang der Dinge verfolgend, in dem rechten