Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
330
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Kuma

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Kummer (G. Adolf)

dorf, 16. Gept. 1813, voi» Kursk«» von Schwarzenberg geschlagen.) Durch dr» ^Sieg bei Kulnr fühlten sich dir Verbündeten zu dein festesten Vertrauen aus denErfolg drS großen Kriegsplanes erhoben, und am 1. Sept. feierte dcr König von sPreußen mit seinem ganzen Heere den Sieg durch cirien Goitesdicrrst aus srci'cin sFelde bei Kulm. Ein besonderes Todtenfcld in Teplitz umschließt die Gebeine der san ihren Wunden gestorbenen Krieger, und bei Arbisau erinnert ein von Eisen ge-gossenes pyramidalischcs Kreuz, das dcr König von Preußen hat aufrichten lassen,an den Sieg bei Kulm in Böhmens Thcrmopylcn! *) ,, K.

K u in a oder Ky m c, die größte und vornehmste Stadt Äolienü und zugleich ^eine der ältesten am azoischen Meere. Bon ihr hat die kumäiscbc oder kn-in anischc Sibyllc den Namen, und Hesiodus war hier geboren. Übrigens gal-ten nach Strabo die Einwohner für etwas cinsällig.

K li m ä, eine uralte Stadt in Campanicn, die älteste griech. Eolom'c in Ita-lien, ward um 1030 v. Ehr. von EhalciS in Euböa gestislet und von den asiat. Ku-mäcrn und den Phocäcrn bevölkert. Der allgemeine Glaube der Italiener verfehledie kumäische Sibyile hierher, obgleich sie eigentlich in Asien einheimisch war. Die >Grotte dcr Wahrheit lag in dcm dcr Göttin Trivia geweihten Haine, und in ihrerNahe war der achcrusische See. In dieser Gegend besaß Cicero ein Landgut, das !daher das kumanischc hieß. Kumä hatte ein beträchtliches Gebiet und eine Seemachtin seinem Hafen Puteoli. Es stiftete Neapolis und in Sicilicn Zankte oder Messana.420 vor Chr. ward Kuma von den Campancrn eingenommen und gerietst mit die-sen 345 in Abhängigkeit von Rom. Es wurde 1207 zerstört. ,

Kummer (G. Adolf), Naturforscher, geb. den 3. Januar 1786 zu Or-trand im Herzogthum Sachsen, erhielt nebst 7 Geschwistern von seinen Altern (derBater war Regimcntschirurg) eine fromme Erziehung. Schon als Knabe zeigteK. eine auffallende Neigung, Alles, was in dcr Natur sich ereignet, zu beobachte».

Er konnte das Frühstück versäumen, nur um dcm Einspinnen einer Raupe, derFertigung eines Spinncngcwcbcs rc. ungestört seine Aufmerksamkeit zu widme».Schnell entwickelten sich seine Anlagen; eine seltene Gutmütigkeit gegen Jeder-mann erhöhte seine äußere Liebenswürdigkeit. 1802 kam er auf die Landschule zuGrimma. Hier war er bald einer dcr besten Schüler des Mathematicus II. Töpfer,auch machte er in den alten Sprachen große Fortschritte; dabei unterließ er nicht,naturgeschichtliche Beobachtungen fortzusetzen. Au diesem Zwecke kirrte er Mäuse,häufte seine Zelle mit Spinnen u. dgl. Ohne je im Zeichnen Unterricht erhalte»zu haben, gab er treffliche Beweise seines großen Talents. Bei seines Vaters Tode >(1806) besuchte er unter kümmerlichen Umständen die Universität Leipzig. Hierwidmete er sich zwar der Arzneiwissenschaft, allein Physik, Mathematik und Spra-chen betrieb er am eifrigsten. Als er die akadcm. Studien beendigt hatte und ebenals Privatdoccnt auftreten wollte, erhielt er den Antrag, die Leitung der Erziehungzweier Söhne einer angesehenen franz. Familie in Paris zu übernehmen. Dortwaren damals die größten Schätze der Literatur und Kunst aufgehäuft. SeineStellung in Paris ließ ihm manche Freistunde, die er mit beispielloser Ausdauerder Botanik, den morgcnländischen Sprachen und der Mathematik widmete. So ^

kam die Zeit, wo er zwar die Erziehung, nicht aber seine Studien in Paris aufgab, l

Zugleich übte er sich eifrig im Zeichnen und versuchte mit Glück die Radirnadcl, j

z. B. in dcr Nachbildung mikroskopischer Thiere. Sein früh gefaßter Wunsch, als i

Naturforscher in das Innere von Afrika vorzudringen, ward jetzt sein Lebcnspla».

Au dem Ende schlief er oft ohne weitere Bedeckung in Hcrbstnachten auf den Bou-levards von Paris, machte in dcr Juliushitze große Fußreiscn, mit einem Pelz be-kleidet, lebte Monate lang von nichts als rohen Wurzeln w. Nach dcm Frieden s

Später ließ auch dcr Kaiser von Östreich (1824) dcm »streich. Fcldzeugmeister Für-sten von Celiorcdo-McmSseld (gest. Zs. Juli 1822) ein Denkmal bei Arbisau errichten.