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6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
17
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Kamtschatka 17

u. a. die Abhandl.Über d. Verbindlichkeit eines deutschen Fürsten, dieHandlungens.Vorfahren zu erfüllen";Über das longobard. Lehnsgesetz II. 1'. 45", undUeberdas Mecklenburg. Civilrecht";Der mecklenb. Civilproceß" und dieBeitr. zummecklenb. Staatsrecht"; dieLiteratur des Völkerrechts"; dieBeitr. z. Staats-und Völkerrecht", und dieErörterung des Rechts eines Staats, in die Angele-genheiten eines andern Staats sich zu mischen", sowie dieJahrbücher der preuß.Rechtsgelehrsamkcil" und dieAnnalen der preuß. Staatsverwaltung".

Kamtschatka, eine 4014 IHM. große Halbinsel (172180° L.,5161° B.), die sich von der östlichen Küste Sibiriens aus, 180 deutsche Mei-len lang und in der höchsten Breit» von 50 M. südwärts in den Ocean bis an diekurilischcn Inseln erstreckt. Dieses nordöstliche Ende der alten Welt ward .1696durch Mososko, der mit 16Kosacken einen Aug dahin unternahm, genauer bekannt,und 1697 der russischen Krone zinsbar. Es ist für den Pelzhandel und die Zufuhrvon dem niederländischen Ostindien her gut gelegen, hat in der Awatschabai vor-treffliche Häfen (vorzüglich Peterpaulshafen, mit Magazinen der ruff. - amerikan.Handelsgesellschaft), und ist durch sein Klima keineswegs des fast ganz vernachläs-sigten Anbaus unfähig. Bei zweckmäßigen Maßregeln der Regierung, zu denenKrusenstern Vorschläge gethan hat, würden Handelsniederlassungen gut gedeihen.Besonders wäre nöthig, statt der Soldaten und Auchtmeister eine Colonie vonAckerleuten hinzusenden, und Kamtschatka nicht, wie bisher, als ein Botanybaifür Officiere von schlechter Aufführung anzusehen. K. wird der Länge nach voneiner Gebirgskette durchschnitten, von welcher rechts und links kleine Flüsse dem! kamtschatkischen und ochotzkischen Meere zulaufen, und die an der südl. Spitze dasVorgebirge Lopatka bildet. Eine Spitze (Karazkaja) der Eisberge mißt 11,468 F.Die meisten sind vulkanisch; der höchste, die Kamtschatskaja, ein Vulkan, erhebt sichunmittelbar aus dem Meere, und mißt nach Siniäwin's Entdeckungsreise (im I.1828) 16,542 Fuß. Sie enthält Kupfer- und Eisenwerke, auch siedendheiße Quel-len. Die Zahl der Einw. beläuft sich jetzt auf 4500, worunter etwa 1500 Russenund Kosacken. Vor hundert Jahren war sie 20 bis 30 Mal so groß. Ursachen die-ser Entvölkerung sind die mörderischen Kämpfe bei den zur Befreiung von russischerHerrschaft gemachten Versuchen, die verheerenden Kinderblattern, der unmensch-liche Druck der Russen, die unnatürliche Gewohnheit der heidnischen Kamtschada-linnen, die Leibesfrüchte abzutreiben, und die Unmäßigkeit im Branntwein. DieKamtschadalen, ein häßliches Mongolengeschlecht, nennen sich selbst Jtelmen. Siesind gutmüthig und gastfrei, aber voll der gröbsten Sinnlichkeit; daher ihre Ge-fräßigkeit und ihre unkeusche» Tänze. Am widrigsten macht sie ihre Unreinlichkeil.Jedes kamtschadalische Dorf (Ostroschok) wird von einer Familie bewohnt und be-steht aus mehren Balaganen oder Sommerwohnungen, die auf Pfählen erbautsind, sodaß man auf gekerbten Baumstämmen hinanstcigt. Im Winter kriechendie Bewohner von etwa sechs Balaganen zusammen in eine Jurte oder Winter-wohnung, eine 5 Fnß tiefe, durch ein rings verschlossenes kegelförmiges Dach be-deckte Grube, in welche man nicht anders kommen kann, als indem man äußerlicham Dache, an dem Rande der Grube hinauf, und durch den im Gipfel angebrach-ten Schornstein, mitten im aufsteigenden Rauche hinabsteigt. Die kamcschadalischeKleidung besteht aus Rennthier-oder Hundefellen, hat aber viel Russisches an-genommen. Die Kamtschadalinnen sind mit der häuslichen Arbeit allein belastet,wahrend der Mann ruht, wenn ihn nicht die Nothwendigkeit treibt, zu jagen undzu fischen, die Geräthfchaflen für Beides zu verfertigen oder Schlitten und Häuser^ zu bauen. Die Jagd geht auf Pclzthiere, Rennthiere, Seeottern, Wallfische und! Seehunde. Der Boden ist fruchtbar; es gibt schöne Wiesen. Gerste, Kartoffeln,Rüben, Kohl, Hanf, Meercettig, Gurken werden meist nur von Russen erbaut.Die Hauptnahrung der Kamtschadalen besteht in Fischen, mit Walisisch- und See-Ccnv.-Lex. Siebente Ausl. Bd. VI -j- 2