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Theil 1, Bd. 1 (1830)
Entstehung
Seite
380
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L80 Buch II. Hofhörigkeit.

, worüber sich auch schon der Sachsenspiegel B. I. Art. 22beschwert.

Das Brakelsche Hofsrecht unterstellt ebenfalls Hccrgeweddeund Gerade, und enthalt folgende merkwürdige Bestimmung ^):»Item, off einig van den Rycksluiden die an den vorgemelten»Hoff gehörend wcren, die weren brüten offte binnen den Ge-»richte van Brackel gesetten van Mannspersonne verstorben, und»geine rechte Erven van der Schwert Seithen hedden, die in»den Rycke van Brackel gesetten und woonhaftig weren, und»ein Hergeweide verfallen were, dat vorgemelte Hergcweide»were dem Rycke und den Rycksluiden verfallen.«

»Item, off hct geselle, dat einige Fraucnpersonen, die in»dat Ryck als vorgcmelt staet, gehörende werden, vcrstorven,»und geine rechte Erven van der Spilsiedcn in den Rycke woen-»hafftig hedde, und ein Gerade verfalle, dat vorgemelte Gerade»were auch dem Rycke und den Rycksluiden verfallen.«

Hofherr und Hofgemeinde succedirten also bei Abgangder berechtigten Verwandten in Hcrwedde und Gerade, wie auchganz natürlich, da sie zusammen eigentlich die Obrigkeit vor-stellten, der nach Buch I. Art. 28 des Sachsenspiegels diesevakanten Erbschaften zufallen.

Selbst da, wo die bald weiter zu erörternden Sterbfalls-Rechte Statt finden, ist in der Regel Hccrgewedde und Geradehergebracht, wovon folgende Beispiele:

Das Pelkumer Hofesrecht kennt ebenfalls Heerbedde wiees hier heißt und Gerade, zugleich mit dem Sterbfall.Merkwürdig ist hier die Bestimmung, daß, wenn das Hofsgutder Hofsherrschaft als erledigt zu weiterer Verfügung heimfallt,der älteste Hovesmann das Heerbedde erhalt^); stirbt dagegenein Knecht oder Magd, und läßt Niemand, der das Heergcwedde

27) Beilage 18.

28) Beilage 23; »Item, dar Mann und Weib, ohne leibliche»eheliche erben sterben, alsdann soll das Gotteshauß mit dem»Alinge gute thun als Havesrecht; doch soll dem Acltesten Ho-»vcsmann das Heerbedde und der Aeltcste» Meyerschcn nach»gestalt das Flas verschinnen sein, dem Gotteshause zu,Deuz»verfallen seyn.«