Die Würde des Gerichts erwies sich auch in der Strafe,die der Ausblcibcnde verbrochen, so heißt es z. B. im Schop-lenbergcr Hovcsrechtc "). »Iwm off cynich Hovcsman versü-»mclick werc cn nycht persönlich vorschene op den ghcwo sin-nlichen Gerichtsdach, nemcntlich op den derden Dach unser»leyven Vrowcn erer gcbort angereckcnt op den Fcsidach den»hcfft gcbrockcn IM. Schillinge, welcher dey Hovesschulte hebben»sal den derden part, und dey Hoves Lude twe dcle unde dey»Hovesschulte sal myt des Hofes fronen utpcndcn laten.» —Die wahrend des Gerichts begangenen Verbrechen, wenn sienicht Tod oder Lähmung zur Folge hatten, gehörten auch zurBestrafung des Gerichts
70.
In hohem Grade merkwürdig ist das bei der Hofsverfafsungvorkommende Institut der Gcschworncn. Bei einigen Hofsver-fassivigcn sind nämlich alle Hofsbcsitzcr Geschworne, bei anderennur ein Ausschuß der Hosgemeindc. Hanvcln wir zuvorderstvon jenen! — Es läßt sich aus- der cigcnthümlichen Natur derHofsverbindung recht gut erklären, daß sie, das Verhältnis; derHofbesitzer zum Hofsherrn und zur Hofgemeinde, eine religiöseWeihe erhielt. Es kann uns daher gar nicht wundern, wennes z. B. in dem Vergleiche über die Verhältnisse des OberhofSEickel ") heißt: »Iwm wann er ein Hoffsmann sein Hoeffs-»guid zur Hand gewannen ind geworven von dem Herrn off
„Havesgudt also splettercn und affdcilen morgen, wcS dar„recht umb sy?
„DatOrdell gestalt an Dirick tho Eppcnhuscn, de u thg c.g ae n„und met d e m H o v e b er a et g c n o m m e n, bracht weder„in, und sacht. Dar Kinder aber Erven van einem Havesgude„unvertegen wcren, de mögen dat Guedt nicht splettcren aber„erffdeilen und in ander Hände breiigen, sondern mögen dat„verseilen und Pennynge upnemmcn, und ehren Erffdcil aff-„ willigen, Vorbehalten dem Hoffheren aller Gcrechtichcit daran.
„Düsses vcrfol gnüs gefragt so vil recht und unwc-„bcrsprochen blcven.^
46) Beilage 14.
47) S. z. B. Brakelsches Hofsrecht. (Beilage 18.)
48) Beilage 25. §. 21.