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Der Brief Pauli an die Hebräer. Kap. X.
man durch Opfer, die jedes Jahrdie nämlichen sind und welcheman immerfort darbringt, nie-mals die damit kommenden zurVollendung bringen.
2 . Sonst würden sie aufge-hört haben dargebracht zu wer-den, weil die Opfernden sichnicht mehr der Sünde schuldigwüßten, da sie einmal gereinigtworden.
Z. Aber es liegt in denselben
die alljährliche Wiedererinnerungan die Sünden.
4. Unmöglich ist auch, daßBlut von Stieren und BöckenSünden vertilge.
5. Darum sagt er auch bei seinemEintritt in die Welt: Schlacht-opfer und unblutige Opfer ver-langst du nicht, einen Leib aberhast du mir zubereitet,
6. An Brandopfern und Opfernfür die Sünde hast du kein Wohl-gefallen.
1. Vers. Vgl. dasselbe in Kap. 8, 5. 9, 23 ff. und Kap. 7, 11.1g.
2. Vers. Schon in der Verordnung, daß sie oftmals wiederholt werdensollen, liegt die Anerkennung ihrer UnvvIIkommcnheit.
3- Vers. Der Jsraclit bekannte nämlich, so o«t er ein Opfer darbrachte,daß er gesündigt habe, indem er die Hand auf das Haupt des Opfert!iereslegre und seirie Sünde oder Schuld cingestand, s. Ill Mos. 16, 21., undin dieser Verordnung liegt zugleich die Erklärung, daß das Opfer die Sündinicht tilge.
4. Vers. Vgl. Kap. 9, 26.
5 — 7. Vers. Sinn: Da demnach die Opfer nur etwas sehr unvoll-kommenes gewähren, so erklärt Christus gleich bei seinem Eintritt in die Weltdem Psalm. 40, 7. 8 zufolge: daß Gott an Opfern kein Wohlgefallenhabe und daß ihm (Christo) nur die Erfüllung des göttlichen Willens amHerzen liege. — In diesem Psalm will ein Frommer, der durch das Per,trauen auf Jehova getröstet und gerettet ist, aus Dankbarkeit das Gesetz strengerfüllen und Jehova lobpreisen und spricht unter andern die hier angeführtenWorte, mit denen dieser Fromme (der Messias im typischen Sinne) sagenwill: da kein andres Opfer deine Gerechtigkeit, v Gott, befriedigen konnte,so kam ich selbst in die Welt als jener Erlöser, der in der h. Schrift ver-heißen ist und als jenes Versöhnungsopfer auf welches alle Opfer zielten, dieMoses in seinem Gesetze verordnet hatte.
5. Vers. Statt: »einen Leib aber hast du mir zubereitet» steht im he-bräischen Text: die Ohren bohrtest du mir, d. h. öffnetest du mir oder duoffenbartest mir. Die alte griechische Kirchenübcrsetzung, der der Verfasserfolgt, scheint einen andern hebräischen Tert gelesen zu haben für die obigenWorte, deren Sinn ist: einen dir gehorsamen Leib hast du mir gegeben.
5. 6. Vers. Es werden hier einige Arten von Opfern genannt. Diesewaren überhaupt blutige oder Schlachtopfer, und unblutige oder Speise» undTrankopfer, und diese beiden Hauptgattungen werden V. 5. bezeichnet. DieSchlachtopfer waren Versöhnungsopfer und Dankopfer, die Versöhnungsopferaber waren entweder Brandopfer oder Sündopfer oder Schuldopfer. Die bei-den ersten Gattungen sind V. 6. erwähnt und von einander insofern unter-schieden, insofern die Brandopfer für alle Sünden dessen der sie darbrachte,die Sündopfer aber für bestimmte Sünden gebracht wurden.