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der vierzehn Briefe des Apostels Paulus.
Schon Clemens von Alerandrien st), Eusebius e), Hiero-nymus k), Theodoretg) u. a. waren der Meinung, der Briefsey vom Apostel ursprünglich hebräisch abgefaßt und von einem seinerGefährten, ins Griechische übersetzt, theils weil man sich auf dieseWeise das Abweichende der Schreibart am besten glaubte erklären zukönnen, theils auch weil die nächsten Leser wahrscheinlich mit demhebräischen besser bekannt waren als mit dem Griechischen. Aber die-ser Vermuthung widerstrebt die ganze innere Beschaffenheit des Brieses.Das Griechische ist zu rein und fließend, der Pcriodenbau zu geregelt,als daß er eine bloße Ucbcrsetzung aus dem Aramäischen, der dama-ligen Muttersprache der palästinensischen Juden, sein könnte: indemin diesem eine solche Regelmäßigkeit nicht anwendbar ist und die häu-figen Zusammenstellungen von ähnlich-klingenden Worten (vgl. 1, 1.2.5, 2 11. 12, 1. u. a.) bei einer Ucbcrsetzung auffallend wird. Ent-scheidend aber spricht für die ursprünglich griechische Abfassung desBriefes die Anführung der Stellen des A. T. nach der alten griechi-schen Kirchenübersetzung überhaupt, insbesondere aber in solchen Stel-len, die überhaupt nicht hatten auf solche Weise benutzt werden können,wenn der Verfasser nicht den vom Hebräischen abweichenden Text derI.XX. vor Augen gebabt hätte. So wird Kap. 10, 5 — 7. Ps. 40,7—8. 2, 7. 8. Ps. 8, 1. 7. Ps. 101, 4. u. a. augenscheinlichnach der griechischen Uebersetzung angeführt. —
Drittes Hauptftück.
Acuß ere und innere Gründe für das kanonische Ansehen und fürdie Echtheit der Briefe des h. Paulus und über ihren Gebrauch.
§ 20.
Sowie die vier Evangelien schon im zweiten Jahrhundert unterdem Namen als Sammlung und als ein Ganzes bestan-
den und nur durch die Ueberschrift nach ihren Verfassern von einanderunterschieden wurden, so die übrigen Schriften unter dem Namen^oröo-ro-.ok und insbesondre die vierzehn Briefe des Apostels Pau-lus unter dem Namen '^7rö<rro7o; und beide Sammlungen wurdensowohl in den kirchlichen Versammlungen als auch von einzelnen Per.sauen zur Erbauung und Belehrung und als Richtschnur in Glaubens-uhd Sittenlehren gebraucht. Die Gewährschaften, welche wir in dieserBeziehung für die Evangelien a) haben, zeugen größtentheils auch fürdie vierzehn Briefe des Paulus und die alte syrische Kirchenüber-setzung, Marcions Sammlung von 10 paulinischcnBriefen b), Irr-
st) Vgl. bei Euseb K.G. 6, >4.
«0 Vgl. K.G. 3, 33.
1) Vgl. (slsl. scrcht. eool- 0, 5.g' Vgl. srgiiin. op. sä Ilobr.
->) Vgl. I. M. Aug. Scholz Erklärung der Evangelien.
Ii) Vgl. 3?ertnllian astv. glsrclori. V, 2 bis 2t. ßchfi-bsn. Iisvr. DieseSammlung ist wahrscheinlich in Pontus entstanden und sie hatte nur zehn