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Einleitung. 2) Ueber den Zweck rc.
uig geneigt, sich zu einer Kirche zu vereinigen: denn Eifersucht, Miß-verständnisse, Zwietracht und Aergernisse waren unter ihnen, wie wiraus diesem Briefe ersehen, herrschend. Paulus zeigt daher in die-sem Briefe wie der Jude und der Heide vor Gott gleich sey, gar keinUnterschied in ihren Vorzügen, in ihren Rechten nnd Gebrechen stattfinde, und hakte je ein Unterschied zwischen ihnen in den Augen des.i'cnigcn seyn können, der das ganze Menschengeschlecht mit gleichemWohlgefallen umfaßt, so Ware derselbe durch Christum aufgehoben,der Allen unter der Bedingung des Glaubens Begnadigung zusichertund Alle zu einer allgemeinen Religion vereinigt.
An diesen theoretischen Theil Kap. 1 — 11., der mehr einer tiefgelehrten Abhandlung gleicht, knüpft der Apostel einen praktischen Kap.12 — 16., worin allerlei Ermahnungen zum bürgerlichen Gehorsam,zur Duldsamkeit u. s. w. enthalten sind.
Als Paulus diesen Brief schrieb, war er noch nicht in Rom ge-wesen s. Rom. 1, 13. 15 , aber im Begriff eine in Macedonien undAchaja gesammelte Beisteuer für die Armen der Mutter-gemeinde zuJerusalem zu überbringen s. Kap. 15, 25. 26., wo er Gefahren vonden dortigen Juden fürchtet s. Kap 15, 30. und dann Rom zu be-suchen. S- Kap. 1, 13. 15, 23.
Diese Umstände, wie sie uns hier mitgetheilt werden, sind unsauch durch die Apostelgeschichte bekannt und wir werden dadurch inStand gesetzt die Zeit näher zu bestimmen, in welcher der Brief ab,gefaßt ist.
Von der Sammlung dieser Beisteuer ist auch I Kor. 16, 1. II Kor.8, 9. die Rede, sie war vorgenommen worden in Macedonien undAchaja von Paulus und dessen Gehülfen auf den Apgsch. 20, 1 ff.erwähnten Reisen. Sein Vorhaben Rom zu besuchen wird auchApgsch. 19, 21. erwähnt, die Ausführung desselben Apgsch. 21, I ff.erzählt, sowie auch Apgsch. 20, 22. 23. angeführt wird, daß Pari-lus damals besorgte, von den Juden in Jerusalem gemißhandelt zuwerden. Die Personen, von denen er in unserem Briefe Kav. 16,21 ff. Grüße ausrichtet, werden auch Apgsch. 20, 4. wenigstens zumTbeil als seine damaligen Begleiter genannt; sein damaliger Gast-freund s. Röm 16, 23. war ein Korinther s. I Korinth. 1, 14,Erastus s. Röm. 16, 23. scheint ebenfalls nach Korinth zu gehören.S. H Tim. 4, 20. Von einer Christin aus Keochrcä, der Hafen-stadt von Korinth, richtet er eine Empfehlung aus Röm. 16, 1.Alles dieses führt darauf hin, daß unser Brief im Jahre sechzig nachChr. Geb. von Korinth aus geschrieben sey.
§ 14.
Paulus schrieb auch während seines zweijährigen Aufenthalts inRom einige Briefe und unter diesen einen zweiten an den Ti-motheus.
Der Brief an den Timotheus, welchen Paulus von Rom ausals Gefangener s. II Tim. 1, 8. 12. 16. 2, 9. 4, 6. 16. schrieb,und welcher der zweite von den beiden an ihn gerichteten ist, hat denZweck, diesen treuen Gehülfen einzuladen nebst Markus nach Rom zukommen. S. II Tim. 4, 9. 1t.