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Dritter Band (1830) Die vierzehn Briefe des heiligen Apostels Paulus
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10 Einleitung. 2) Ueber den Zweck rc.

ter bei einer andern Gelegenheit auf dessen Missionsrcisen kennen ge-lernt baden und in der Nichterwähnung jener Beschlüsse liegt durch-aus kein Grund, der eine frühere Abfassung unsers Briefes nothwen-dig machte a).

§ 9.

Auf seiner zweiten Bekehrungsreise war Paulus auch nach Ko-nnt!), der Hauptstadt der Provinz Achaja, auf dem Isthmus des Pe-lvponucs zwischen dem ionischen und ägäischcn Meere, einer reichen, Handelsstadt mit zwei Hafen, die der Sitz des Vennsdienstes und derUeppigkeit aber auch der Gelehrsamkeit und Redekunst ward), gekommen,und batte unter der milden Verwaltung des Proconsuls Gallio ein undein halbes Iabr mit »Erfolg das Evangelium gepredigt. S- Apg sch.18, 1 —11- Die Anden hatten sich hier wie überall widerspenstigs. Apgsch. 18, 6. 10. l Eor. 12, 3ff-, viele gottcsfürchtige Hei-den dagegen desto bereitwilliger für seinen Unterricht gezeigt und dieFrucht seiner Bemühungen war eine zahlreiche Gemeinde. Aber vieleMitglieder derselben kehrten nach seiner Abreise zu ihrer früheren aus-schweifenden Lebensweise zurück und veranlaßten ihn zur Abfassung ei-nes Briefes, der verloren gegangen ist und worin er den Gläubigenallen Umgang mit verdorbenen Menschen untersagte. S. I Eor. 5,9—12. Während seiner Abwesenheit kam Apollos, ein alcrandrini-schcr Gelebrter, nach Korinlh, der das Evangelium mit vielem Beifallpredigte, und schon vor diesem waren jüdisch-gesinnte Christen, wahr-scheinlich aus Palästina, dabin gekommen, welche sich selbst rühmends. II Eor. 5, 12. 11, 18. 22. 12, 1t. der Lebre des Paulus wi-dersprachen s. U Eor. 11,4-, sein Ansehen herabsetzten s. l Eor. 9, 2.und das des Petrus geltend machten. S. I Cvr. 1^ 12. Daraus ent-wickelten sich sehr bald verschiedene Partheien, von denen die Eine sichnach Paulus, die Andere nach Apollos, die Dritte nach Petrusund die Vierte nach Christus nannte s. I Cor. 1, 12., je nachdemsie dem einen oder dem andern ihre Bekehrung verdankten oder ihrerLehre den Vorzug gaben. Unter diesen standen sich jedoch nur die desPaulus und die des Petrus feindselig gegenüber c) wahrendApollo persönlich Freund des Paulus war s. ICor. 4, 6. 16, 12.und sich von ihm nur durch die Wissenschaftlichkeit seiner Lehrwcise un-terschied, und die Parthei nach Christus keiner von jenen angehörenmochte. Außer den Streitigkeiten über die Nothwendigkeit des mosai-schen Ritualgesetzes entzweieten diese Gemeinde auch noch andre Streit-fragen. Ein Mensch wohnte seiner Stiefmutter ehelich bei, welches

a) Vgl. I. M. A. Scholz Erklärung der Apostelgeschichte. Einleitung § 4.20 ff.

1>) S. Horocl. 2, 167. Vlursncb» vion. 53. I'Iin. 34, 3. 35, 5.6io. Vorn. 2, 10. ^rkon. 4, 1.

o) Diese Reibungen giebt auch der h. Clemens von Rom I 6oiin>6. c. 47.und Hegesipp bei Enseb. K. G. III, 15. als die Veranlassung unsersBriefes an. Auch damals, sagt der erste, habe ihnen (den Korinthcrn) P a u-lus geschrieben, weil sie sich unter dem Namen dieses oder jenes Apostels,des Kcpha, des Apollo in Partheien zusammen gethan haben-