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Dritter Band (1830) Die vierzehn Briefe des heiligen Apostels Paulus
Entstehung
Seite
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der vierzehn Briefe des Apostels Paulus. 7

einnimmt. Nach Tbefsalonick,, der Hauptstadt des zweiten Viertbeilesvon Macedoinen, einer sehr bevölkerten Handclostadt am Meere, kamPaulus auf seiner zweiten Vckcbrungsreise von Philippi aus in Be-gleitung des Silas und Timothcus.

Er ging seiner Gewobnhcit gemäß s. Apgsch. 13, 5. 14, 46.14, 1- 16, 13 in die Synagoge der daselbst befindlichen Juden s.Apgsch. 17, 1. redete in drei Sabbathen vom Messias und bewiesaus der h. Schrift, daß er leiden und vom Tode auferstehen mußte,und daß Jesus dieser Messias sei. S. Apgsch. 17, 2 — 9- Den Ju-den mißfiel diese Lehre; desto mehr Beifall fand sie unter den gottcs-sürchtigen Heiden, welche die Synagoge zu besuchen pflegten. Dar-über wurden die Juden eifersüchtig, erregten einen Ausstand gegenPaulus und Silas und trieben sie aus der Stadt. Paulus flüch-tete sich mit seinen Gefährten nach Beröa, reiste, als er auch von davertrieben wurde, und nicht, wie er gehofft hatte, nach Tbcssalonichzurückkehren konnte, nach Athen, ließ seine Begleiter in Beröa mitdem Auftrage zurück, ihm bald nachzukommen s. A pgsch. 17,10—15,zuvor aber nach Thessalonich zurück zn kehren, und die junge Gemeindein den von Juden ihr bereiteten Verfolgungen zur Standbaftigkcit zuermähnen. S. l Thess 3 2—5. Paulus erwartete seine Gefähr-ten in Athen nicht, trasabcr in Korinth mit ihnen zusammen s. Apgsch.18, 5. und erhielt durch Timotbeus die Nachricht: die Ehrificn zuTbessalonich seyen standhaft und treu s. 1 Thess 3, 6, jedoch macheihr sittlicher und kirchlicher Zustand Rüge und Ermahnung nothwendigs. I Thess. 4, 3—7. 5, 12 —15-, besonders erheische die irrigeMeinung Einiger über das Schicksal der Verstorbenen bei der An-kunft des Herrn, über die Auferstehung der Todten, die Belehrung desApostels s- Kap. 4, 13 — 5, 1«., indem man selbst für vie gutge-sinnten Ehristcn theils wegen der Wuth der Juden s- Kap. 1, 0. 3, 3ff.2, 14. H Thess. 1, 4—7 und Apgsch. 17, 6^ 9., theils wegender damals herrschenden Meinung von der Gleichgültigkeit der Hurereis. Kap. 4, 1 — 8 besorgt scpu müsse. Paulus nabm bievon Ver-anlassung, unsern Brief an sie zu schreiben, worin er sie im Glau-ben zu befestigen und einige wichtige Irrthümer und Gebrechen zu vcr.bessern sucht.

Der erste Theil Kap. 1 — 3. enthält allgemeine, der zweite TheilKap. 4-5. besondere Lehrstücke, unter welchen letzteren die Warnungvor Unzucht Kap. 4,1 —8>, die Ausmuntcrung zur thätigen Nächsten-Liebc Kap 4, 9 —11. 5, 14 —15. vorzüglich gegen die Prediger desEvangeliums Kap. 5, 12 — 13-, die Belehrung über die AuferstehungKp. 4,12 — 17. und die daraus gefolgerte Sittenlchre Kp- 5, 1 — 11.am wichtigsten sind. Eine künstliche Anlage des Ganzen war hier über-flüssig, weck es sich nicht um Auflösung einer verwickelten Frage han-delte; desto mehr tritt die Lchrklughcir des Apostels in Bezug auf dieHeiden hervor, bei denen er weder nähere Bekanntschaft mit dem A.T-, noch fsidisch - rabbinische Gelehrsamkeit voraussetzen konnte.

Al6 dieser Brief geschrieben wurde, waren Silas und Timotbeuseben bei Paulus angekommen, vgl. I Thess. 1, 1. mit 3, 6., ihreZusammenknickt mit ibm in Korinth s. Apgsch. 18, 5. muß, da sieBefehl hatten, dem Apostel schnell nachzukommen s. Apgsch. 17, 15 ss-,bald nach dessen Ankunft in Korinth erfolgt und dieser Brief also in