Bracht benannt findet, aber in der Volkssprache sehrhäufig Mühl bracht nennen hört. Dieser Name kann nichtanders als durch Antithese gegen Bracht bei Roermonde oderMaas bracht entstanden sepn. Jenes ist also Bracht imMühlgan; dieses Bracht im Maasgaue. Woher cs gekom-men scyn mag, daß der südliche Thcil des Mühlganes zumBcrghcimer Dekanate gehörte, ist oben berührt worden. Aberwie kam cs, daß ein Thcil desselben zur Lütticher Diöccsc gehörte?Venlo, Tcgcln und Lobbcrich wurden im zehnten Jahrhundertau Lüttich gegen Gladbach und Ncith ausgctauscht. Von denübrigen nördlich-von der Schwalm gelegenen Lütticher Psarr-rcicu als: Born, Kaldekirchcu, Elmpt n. s. w. läßt sieh anneh-men, daß sic spätem Ursprungs sind.
Allein woher hat der Mühlgail seinen Namen? Vieleder ripnarijchen Gaue sind nach Städten genannt; so hatmau einen Kölner-, einen Bonner-, einen Zülpicher-, einenNeuster-, einen Duisburger-Gau. Gab cs hier vor Altersauch eine Stadt Mnla? Tics scheint Drcmclins in seinerdiotitül ,>np<ii',ini anzndenten, wo cs heißt: pngus «t
DoUiai'iiiAbit: iiildmoeis, allein wo lag diese Stadt?das müßte näher untersucht werden. Sie lag wohl in derMitte des Dekanats. Znhlta, wie Süchteln in alten Notizenverkommt, wäre so sehr nicht von Mühlgan unterschieden,auch spricht man dort in der Gegend den Namen mehr Suttenals Süchteln ans — wenn Süchteln diesp Stadt Mnla wäre,so wäre cs auch erklärt, warn»! der Mühlgan in der geistli-chen Geographie Such teler Dekanat heißt.
Gab cs vielleicht dort auf der Niers, der Nette und an-dern Flüßchen mehrere Mühlen? Das kann scyn; aber Müh-len waren in den Angen der Franken keine Gegenstände, umnach denselben Gaue zu benennen.
Ans allen Karten findet man das Flüßchen Molbach,das oberhalb Venlo in die Maas fällt, und den MolbacherHof. Hat von jenem Wasser der Gau nicht seinen Namen,wie der Rnhrgau von der Ruhr, der Aargan von der Aar?Das Flüßchen ist zwar sehr klein t wenn aber Gelenius RechtErster Thcil- 16