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Der Vesuv in seiner Wirksamkeit während der Jahre 1821, 1822 u. 1823
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Die Erscheinung von Saiulslrömen ist übrigensauf dem Vesuv nichts Neues; Cassiodorus erwähntihrer bereits hei dem Ausbruche vom Jahr 5i2 nachChristus, und eben so findet man ihn in den Beschrei-bungen des Ausbruchs von i65i. Die Verfasser derletztem bemerken einstimmig, dass der Sand, welcheraus der an der südlichen Seite des Kegels entstan-denen OefFnung hervorgeworfen worden, einem Stromegleich die Abhänge heruntergeflossen sey, und dassdiese Erscheinung bereits am ersten Tage des Aus-bruchs, als noch kein Wasserregen Statt gefundenhabe, vorgekommen sey.

Der gelehrte Arzt, Francesco Serao, in seinergeschmackvollen Beschreibung des Ausbruchs von1707 nimmt die Existenz von Sandströmen nicht an,und nennt diejenigen, welche solche Erscheinungengesehen oder beschrieben haben , schlechte Beobach-ter und einfältige Erklärer: er geht die betreffendeStelle des Cassiodorus, wo dieser Schriftstellervon Staubflüssen spricht, durch, und bemerkt,man müsse diesen Ausdruck von fiiessender Lava, undnicht von fiiessender Asche verstehen.

Wir lassen in der Note die fragliche Stelle ab-drucken, damit jedermann sich überzeugen könne ,dass Cassiodorus nicht, wie Serao will, von feu-riger Lava, sondern von wahren Staubbächenspricht, ähnlich denjenigen, welche wir im Kleinenbeobachtet haben (i 5 ) (*).

i5) » Campani, Vesuvii montis hoslilitale vastati, clementiacnostrcic supplices lacrymas profuderuni: ut agrorum