Druckschrift 
Der Vesuv in seiner Wirksamkeit während der Jahre 1821, 1822 u. 1823
Entstehung
Seite
72
Einzelbild herunterladen
 

beiden Fürstenthiimern und in Daunien fielen unge-wöhnliche Hagelschauer. Auch fehlte es nicht anErdbeben , welche besonders in den Abruzzen undin Kalabrien gefühlt wurden.

Der Herbst trug in seinem Beginn ganz das Ge-präge des Frühlings und Sommers an sich, die Be-schaffenheit der Luft erlaubte nicht auf Regen zuhoffen; die Hitze und ihre Tochter, die Dürre, machtendie Gefilde öde, verursachten das Hinfallen der Haus-tliiere, und versetzten die Bevölkerung des ganzenKönigreichs in Trauer.

Gewöhnlich ist das Versinken der Quellen inden Umgebungen des Vulkans einer der Vorbotenseiner Ausbrüche: in diesem Jahre konnte es jedochnicht als eine Vorbedeutung betrachtet werden, weilüberhaupt und überall das Wasser entweder ganzfehlte, oder doch sehr abgenommen hatte. Dieleichten Anfälle des Erdbebens dauerten noch bisin die ersten Wochen dieser Jahreszeit (*).

*) Von Bedeutung ist es überhaupt, dass das Jahr 1822, mitseiner grossen Tliätigkeit und seinen zweimaligen hefti-gen Eruptionsperioden des Vesuvs, auch durch vieleErdbeben ausgezeichnet ist, wovon mehrere dem erstenAusbruch des Feuerherges entweder kurz vorhergiengen,oder mit demselben fast gleichzeitig waren.

Am 3 ten Februar Erdstüsse in Italien. Am ^ten zuNeuhaus hei Landshut fünf Stösse hinter einander; einHaus stürzte ein. Gleichzeitig stand die Ebbe an derNordsee, deren Fluthen seit 3 o Jahren immer im zu-nehmenden Steigen waren, seit Menschengedenken amniedrigsten. Am iotcn zu Chambery ein Erdbeben, undzwar ohne Veränderung des Barometerstandes , indess