70
Entstehens oder Sichtbarwerdens solcher Substanzen,die zu gleicher Zeit den Gesetzen der Chemie undder Geometrie gehorchen, können wir auch andereWege der Kristallisazion nachweisen. Bis jetzt weissman, dass die wässerige und die durch Hitze geschmol-zene Flüssigkeit, indem sie die Massentheilchenin Freiheit setzen, deren symmetrische Zusammen-setzung begünstigen. Das im §. 29 beschriebene Salzzeigt uns aber auch das Beispiel einer Krystallisazionin dampfförmiger Flüssigkeit , nämlich das Chlor-Natrium (*); und die Suhlimazionen, von welchen im§. 4 - <h e Rede war, geben uns eine Krystallisaziondes Sclnvefels auf demselben Wege. Die Natur wendetdie wässerige, die geschmolzene oder die dampfför-mige Flüssigkeit nach Belieben an , aber sie scheintnichts an ihren Grundformen zu ändern.
*) L. v. Buch a a. O. S. 216. erwähnte schon der am Vesuvstatt findenden Sublimazion des Chlor-Natriums und derdabei sich bildenden Krystallisazion dieses Salzes , alseine Beobachtung aus i8o5. «Wir standen — — aufeiner Spalte — — 3 "4 fass geöffnet. UnerträglicheHitze treibt uns zurück. Die Wände sind beinahe dreiZoll stark mit einer dicken Salzrinde bedeckt. Wirsam-meln das Salz, und entdecken zu unserm Erstaunen ,dass es salzsaure Soda, Küchensalz, ist. So beweistuns hier die Natur mit der grössten Evidenz die so langeund so hartnäckig bestrittene Sublimazion des Koch-salzes! »
A. d. U.