^ap. III. Von dem winde 29 r
Krafft der Lufft gebrächt werden, wodurchwiederum viel Unterscheid bey den Windenentstehet, den hier genauer zu untersuchenzuweitläufftig fallen würde.
§. roy. Wenn die Lufft kalt wird, so Wasziehet sie sich zusammen und wird dadurch Kälte,da-zuglcich ihre ausdehnende Krafft geringer bey thut.(§.lzz.1.I.Uxpsr.). Derowcgen mußdie Lufft zur Seite,die dergleichen Verän-derungen nicht leidet, sich dahin bewegenund solchergestalt einigen Wind verursa-chen. Aufsolche Weise entstehet der Windandern Ufer der Flüsse und an grossen Tei-chen, den man sonderlich gegen Abend,wenn die Lufft kühle wird, daftlbst vespü-ret. Esistmänniglichbekandt, daß dasWasser nicht so warm wird, wie die Erde,und daher auch die Lufft über dem Wassernicht so warm seyn und bleiben kan, wie ü-ber der Erde. Derowegen kühlet sich auchgegen Abend, da die Sonne die Erde ver-lasset, oder doch wenigstens nicht mehr sowarm scheinet, die Lufft eher über demWasser als über der Erde ab. Und daherentstehet, wie wir erst erkläret, ein kleinerWind, oder ein kühles Lüfftlein. EbendieseBewandnis hat es,wenn gegenAbend,da die durch die Wärme verdünnete Lufftwieder abgekühlet wird, aus einem Waldeoder Busche, wo die Lufft dichter ist, alsAssen im freyen, ein kühles Lüfftlein weher.