Man begreift daß alle Beobachtungen der Bewegungenund der Entfernungen der Sonne durchaus dieselben sind, ob derAstronom die Bewegung der Erdegckannt habe oder nicht, in-demsclbst für uns diese Bewegung nicht sichtbar ist, und unsereAugen sie immer der Sonne zuschreiben. Für den Mond än-dern die Beobachtungen auch um nichts, ob er sich um dieunbewegliche Erde drehe oder ob er unö auf unserer jährlichenReise um die Sonne begleite. Seine verschiedenen Bewe-gungen und Entfernungen, seine Parallaxen, seine Finsternissesind daher von den alten Astronomen unter dem nämlichenGesichtspunkte beobachtet worden wie von den neuern. Wasdie andern Planeten betrifft so muß man einen Unterschiedmachen zwischen den beiden Planeten Merkur und Venuswelche der Sonne näher sind als wir, und denjenigen welcheweiter davon entfernt sind. Da die Bahn der Venus z. V.in der Bahn der Erde eingeschlossen ist, so begreift man, daßwenn ein alter Astronom ihre Entfernung von der Sonne undaußerdem ihre Entfernung von der Erde abgeschätzt hat, daVenus sich zwischen der Erde und der Sonne befindet, dieSumme diejer beiden Entfernungen genau die Entfernungder Erde von der Sonne ausmacht, wenn die beiden Beob-achtungen richtig sind; eben so ist es für Merkur.
Für die mehr als wir von der Sonne entfernten Planetenist zu bemerken, daß indem die alten Astronomen ihre Entfer-nungen in ihren Apogäen und Perigäen und in der Sonnen-ferne und Sonnennähe der Erde abschätzten, und hiervon denDurchschnitt nahmen, diese Entfernungen ohne es zu wissenwirklich auf die ganze Bahn der Erde bezogen haben. Wennman sich nun vorstellt wie wir z. B. Saturn betrachten in-dem unsere Erde selbst um die Sonne läuft, so begreift mandaß die mittlere Entfernung der verschiedenen Punkte, vonwo wir ihn während unseres jährlichen Umlaufes sehen, die-