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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
534
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m und durch menschliche Gestalt wirke. Daß Gott in den fernstenSternen wie im Grashalm sich offenbare, überall thätig undliebevoll für seine Geschöpfe, das bezweifelten sie keineswegs:aber daß Gott sich auch in menschlicher Gestalt dem menschlichenGeschlechte offenbaren könne, zum Heil der Geisterwelt, das warihnen etwas ganz Unbegreifliches. So dürfen wir nicht er-staunen, daß es Menschen gab, welche sogar das Dasein einesGottes bezweifelten, weil ihre Vernunft ihn nicht durch sichselbst erkannte, weil sie in ihrer Endlichkeit nicht das Unendlicheumspannen konnten, weil sie ihn nicht sinnlicher Weise wahrzu-nehmen im Stande waren. Sie ahnten den Schöpfer nicht,aber an die Schöpfung glaubten sie, weil sie solche sahen. Sieerkannten das allerhöchste Wesen nicht, aber das Dasein desniedrigsten Wesens war von ihnen angenommen. Sie glaubtennicht an Gott, aber gaben dem Unsinn, Zufall genannt, allegöttliche Weisheit, Güte und andere Eigenschaften, welche derChrist an seinem Vater im Himmel verehrt.

Die Zeit ging vorüber, da dergleichen Zerrüttungen oderVerirrungen des Geiste- zum herrschenden Ton in den soge-nannten gebildetem Ständen des Volks gehörten. Es war vor-auszusehen, daß man von der Thorheit zurückkommen würde.Der Mensch ist nicht fähig, lange Zeit eine solche Verkehrtheitund Verdrehung seines Innern zu ertragen. Er sehnt sich nachdem ihm natürlichern Zustand. Den wies uns Jesus durchseine Lehre. Allein immer finden sich Personen, welche mitUeberspannung im Eifer, um einem Uebel zn entrinnen, sichin das Entgegengesetzte stürzen, und eine Menge einfältigerNachahmer zu sich locken.

Gleichwie man nach den Zeiten der Religionskriege vonblutdürstiger Glaubenswuth und tückischer Verketzerungssuchtplötzlich zur völligen Gleichgültigkeit gegen Religion und Kircheübersprang, so ging man von abgöttischer Überschätzung derVernunft und des Verstandes wieder zur gänzlichen Verachtungderselben in Sachen der Religion über, und überließ sich einemmystischen, frömmelnden, andächtelnden Hange der Empfindun-gen und der Einbildungskraft, der vom wahren Christenthum