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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
532
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innerhalb enger Schranken vor, über welche sie sich nicht hinaus-schwingen kann. Sie begreift eigentlich nichts, als ihre eigenenWerke, die sie schafft. So billig auch die Vernunft, als dieGesetzgebung des Geistes, geschätzt wird, so gefährlich und selbstvernunftwidrig ist, Alles zu verwerfen, was der Geist nichtvermittelst der Vernunft oder der Erfahrung erkennt und begreift.Der Geist des Menschen erkennt und begreift sogar sein eigenesDasein und Wirken nicht, und doch darf er, ohne zu rasen, nichtan sich selber zweifeln. Er weiß nur, daß er ist; nicht aber^wie er ist. Die Vernunft ist die, unabänderliche Einrichtungoder Natur des menschlichen Geistes, Alles als Ursache undWirkung zu denken, und nichts zu wollen, als was ihm selbemgemäß ist. Nun aber erkennt er nicht überall Ursache und Wir-kung, weder durch sich selbst, noch durch Erfahrung und Wahr-nehmung. Er ist also durch sein eigenes Wesen beständig ge-zwungen, jene zu suchen, und doch oft ohne Möglichkeit, sie zu:erkennen. So erblickt er die Welt; er sucht die Ursache der-selben, aber erkennt sie nicht durch die bloße Vernunft, nichtmit den Ginnen. Soll er deswegen keinen Gott glauben? Sowäre er im wilden Widerspruch mit sich selber, sein ganzesDenken wäre Entzweiung und Unsinn. Gezwungen durch dieNatur des Geistes (so ordnete es der Schöpfer derselben) wirdGott ein Gegenstand, nicht des Wissens, nicht der Begreiflich-keit, nicht der Erkenntniß, sondern des Glaubens.

Der Mensch kennt das strenge Tugendgesetz der Vernunft»Der Geist fordert die Erfüllung desselben, sogar auf Unkostensinnlicher Glückseligkeit, sogar auf Unkosten des sinnlichen.Lebens. Aber er sieht und erkennt Zweck und Wirkung diesesGesetzes nicht. Denn müßten wir für die Tugend auch dasLeben lassen: so höbe sich mit dem Ende des Daseins auch dasGesetz des Geistes und die Tugend selbst gänzlich auf. Zweckund Wirkung des Gesetzes der Selbstheiligung und Vollendungkann daher unmöglich auf eine Reihe thierischer Athemzügebeschränkt sein. Der Geist muß seinen Zweck noch über denWirkungskreis und über das Leben seines Körpers hinaus finden.Wäre dies nicht: so würde der Geist und das Gesetz der Ver-