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nisse und Räthsel blieben zerstörend zwischen den Lichtpunktenund hellen Ansichten ihrer Weisheit.
Aber alle jene Keime entfaltete ein Einziger plötzlich undwunderbar zu lebendiger Vollendung, Jesus Christus. Alles,was je in Religionen geahnetwar, stand durch ihn groß undtief, wie es kein Anderer je angedeutet hatte, wie es kein Spä-terer übertreffen konnte. Das eben war das Wunderbare, dasGotthafte in Jesu, daß er das Allerhöchste, das Allerhciligste,den Zusammenhang des Herzens mit der Natur, mit Gott,mit der Ewigkeit plötzlich ins Licht setzte; daß die Menschheitsich selber durch ihn klar ward; daß die Schöpfung der Dingeum uns her erst begreiflich ward, die Tugend erst einen festen,ewigen Grund und Zweck empfing, das irdische Leben erst einegroße Bedeutung annahm, und doch das Alles, so übernatürlichseine Offenbarung zu sein schien (denn warum hatte kein Anderersie so gegeben?), dennoch allen Geistern, dem Gelehrtesten undVornehmsten, wie dem Niedrigsten und Unwissendsten im Volke,sonnenhell einleuchtete, ihnen beruhigend, erquickend und er-hebend wurde.
Auch die Tugendhaftesten unter den Freidenkern, welchesich ein Geschäft daraus machten, öffentlich gegen die Wahr-heiten der christlichen Religion zu lehren, standen mit ihrerTugend einsam, ohne Zweck, aus dem Zusammenhang mit demlebendigen Weltganzen gerissen, traurige Wesen. Und vonVielen ist nicht unbekannt geblieben, daß sie im Widerspruchmit einer innern Sehnsucht, mit der Stimme ihres Bewußt-seins , schwermüthig eine Lehre, die sie vertheidigten, imStillen haßten. Verstrickt in ihren Zweifeln litten sie an einerKrankheit, die sie selber nicht zu heilen wußten, und Andernals den Zustand der höchsten Gesundheit priesen, während siesich die Schmerzen derselben nicht verläugnen konnten. — Zwei-felsucht ist wahrhafte Gcmüthsüankheit; eS gibt für sie keineTrostgründe; sie zerstört das Leben durch einen ftstgewordenen,Alles zernagenden Gedanken. Wie soll eine Vernunft insich Arznei finden, welche selber krank ist? Es rettet nichts,als vieljähriges Ablehnen aller religiösen Grübeleien, selbst
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