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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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Vernunft. Denn Jesu Christi geoffenbartes Wort steht imreinsten Einklang mit der Stimme der Vernunft, mit denStimmen der Natur und der Schicksale. Jesu geoffenbartesWort ist selbst nur der Ausspruch der Vernunft in ihrer höchstenKraft, ist der tiefste Blick in das Geheimniß der großen Welt-ordnung und aller Verhängnisse, insofern Sterbliche eines solchenBlickes fähig sind, und in so weit ihnen derselbe heilsam ist.

Vernunft, Natur und Schicksal weisen den Menschen aufalle die Dinge der übersinnlichen Welt empor, welche in derReligion Hauptgcgenstände sind. Das Herz zieht mit unwider-stehlicher Gewalt den Menschen dahin. Ehe Jesus erschien, lagschon in den Religionen der gebildetsten Völker ein Keim dessen,was der göttliche Lehrer entfaltete. Denn ehe Jesus erschien,war schon den Menschen von ihrem unsichtbaren Urheber dieVernunft gegeben. Ehe Jesus erschien, hatten die Juden schondurch Moses eine Kenntniß von Gott und der Größe desselben,und ein Gesetz empfangen zum pflichtmäßigcn Wandel. Und dieHeiden, welche Mosen und sein Gesetz nicht kannten, wandeltendoch nach demselben, geleitet durch ihr Gewissen. Mit Rechtsagte Paulus daher: die Heiden, welche das Gesetz nicht haben,thun doch von Natur des Gesetzes Werk; sie haben kein Gesetzempfangen, aber sie haben in ihnen selber das Gesetz. Es istbeschrieben in ihren Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeugetund ihre Gedanken, die sich unter einander verklagen oder ent-schuldigen. (Röm. 2, 14. 15.) Aber was bei den Juden nochunvollkommen und zusammenhanglos war, darüber offenbarteJesus Christus das Vollendete. Er hob den Menschengeist inseine rechte Heimath, in die unsichtbare, übersinnliche Welt; erstellte den Zusammenhang des Irdischen mit dem Ueberirdischenher; er sammelte alle erschaffene vernünftige Wesen um dashöchste aller Wesen, die Kinder um den Vater, und gab ihnennur ein Gesetz, aber ein Gesetz aus Gott; ein Gesetz, in welchemsich auch die gesammte Natur bewegt; ein Gesetz, welches beiallgemeiner Erfüllung die Erdenwelt zu einem Himmel vollstiller Glückseligkeit machen würde das Gesetz der Liebe.