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ihnen bequem ist, gönnen sie auch gern Andern, und daher sindihnen alle Kirchen und alle Religionen sehr gleichgültig.
Andere wieder haben nur eine oberflächliche Geistesbildungerhalten, und sind nie mit Ernst in die Tiefen der religiösenVerhältnisse der Menschheit eingedrungen. Sie haben die Rich-tigkeit ihres Urtheils vielleicht durch frühern Umgang mit irreli-giösen, leichtsinnigen, wenn gleich geistvollen und in mancherHinsicht achtungswerthcn Personen verfälschen lassen, oder ihreAnsicht vom Werth der Religionen aus einer Art Schriften ge-schöpft, die zu einer gewissen Zeit Mode waren, und als witzigeArbeiten sogenannter Starkgeistcr und Freidenker beim großenHaufen der Halbwisser in großer Achtung standen. Nun vonsolchen angenommenen Meinungen gefangen, kommt ihnen bei-nahe lächerlich vor, sich mit der Religion ganz besonders einzu-lassen. Sie haben vielleicht bei verschiedenen ihnen bekanntenGeistlichen Schwächen bemerkt, oder bei verschiedenen Glau-benspartkien und Kirchen manchen unhaltbaren Lehrsatz, wohlgar einen oder den andern Mißbrauch wahrgenommen. Dasbestärkt sie in ihrem Stolze, auf das, was Religion und Kircheheißt, mit Wegwerfung hinzuschauen. Sie bilden sich ein, sehrvortreffliche Menschen sein zu können, ohne deßwegen aus'derReligion das Licht empfangen zu müssen. Und wenn ihnen auchihr Gewiffkn mehr denn einmal lebhaft verkündet, sie seienelende Scheinmenschen, strafbar, boshaft; ihre That könne,wenn ein Gott walte, nicht ungeahndet bleiben: beruhigen siesich doA gern mit der Einbildung, diese Furcht, dies Gewissen. sei noch ein Nachhall aus den Kindnjahren von der Erziehung;es sei eine noch daher stammende Gewöhnung, sich, wenn manUnrecht gethan, heimlich zu fürchten, daß es an den Tag komme.
Auch fehlt es nicht an solchen Personen, die, mit dem wohlvertraut, was sie im Haus und auf den Straße?., im Umgangund im Berufsgeschäft umgibt, mit übersinnlichen Dingen garnichts zu thun haben mögen. „Davon wissen wir nichts," sagensie; „so viel man dafür behauptet, so viel läßt sich dageg-m reden.Was man in Kirchen predigt, was man von überirdisch«-« Dingenspricht, ist wohl meistens Menschenerfindung. Es läßt sich für